Frauen in Unternehmen weiter unterrepräsentiert

28.01.2016 |  Von  |  Studien
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Frauen in Unternehmen weiter unterrepräsentiert
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Frauen kommen in Unternehmen nicht voran. So werden in Europa bis 2025 voraussichtlich nur 37 Prozent der Fach- und Managementpositionen von Frauen besetzt werden. Das entspricht dem Stand 2015. Im selben Zeitraum steigt der Anteil weltweit um nur 5 Prozent auf 40 Prozent.

Dies sind Ergebnisse der neuen Mercer-Studie „When Women Thrive“, für die fast 600 Unternehmen und Organisationen befragt wurden, davon 21 Prozent in Europa. In Lateinamerika wird sich der Frauenanteil voraussichtlich von 36 auf 49 Prozent erhöhen, in Australien und Neuseeland von 35 auf 40 Prozent, in Kanada und den USA um nur einen Prozentpunkt auf ebenfalls 40 Prozent und in Asien von 25 auf 28 Prozent.

Laut Studie sind durchschnittlich 40 Prozent der Gesamtbelegschaft eines Unternehmens weiblich. Schaut man jedoch in der Hierarchie nach oben, nimmt der Frauenanteil mit jeder Stufe ab. Im Management liegt er bei 33 Prozent, im Senior-Management bei 26 Prozent und auf Ebene der Executives bei 20 Prozent. Und obwohl 50 Prozent mehr Frauen als Männer auf Vorstandsposten berufen werden, verlassen sie diese Positionen zu 30 Prozent häufiger wieder.

„Unternehmen müssen die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, um Frauen zu halten. Es ist nicht damit getan, politisch oder unternehmensintern getriebene Quoten zu erfüllen und dann abzuwarten, was passiert. Frauen und Männer haben verschiedene Stärken und Bedürfnisse, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen. Wenn CEOs in Zukunft Diversity als Wachstumstreiber nutzen wollen, müssen sie dafür heute schon wirkungsvolle Massnahmen ergreifen und sich auch selbst aktiv einbringen. Es reicht nicht aus, nur an Symptomen herumzudoktern“, so Achim Lüder, Geschäftsführer von Mercer in Deutschland, Österreich und der Schweiz.


Aktueller und voraussichtlicher Frauenanteil weltweit in Fach- und Managementpositionen (bei konstanten Zuwachsraten) (Bild: © Mercer, When Women Thrive)

Aktueller und voraussichtlicher Frauenanteil weltweit in Fach- und Managementpositionen (bei konstanten Zuwachsraten) (Bild: © Mercer, When Women Thrive)


Zu den wichtigsten Massnahmen zählen:

  • ein engagiertes Top-Management, das mit gutem Beispiel vorangeht und Veränderungen durch geeignete Kommunikation vorantreibt,
  • die verstärkte Einbeziehung männlicher Mitarbeiter in geplante Initiativen, um ein Bewusstsein für die Vorteile zu schaffen, die Diversity Männern und Frauen bietet (z. B. flexiblere Arbeitsmodelle für alle Mitarbeiter, finanzielle Verbesserungen für Familien),
  • die Ausweitung von Diversity-Massnahmen auf alle Mitarbeiterebenen, um talentierte und qualifizierte Frauen auch unterhalb des Vorstandes zu gewinnen, zu entwickeln und zu halten,
  • die Analyse der Vergütungsstrukturen hinsichtlich Lohngerechtigkeit und die Definition klarer Prozesse, um Ungerechtigkeiten zu beheben,
  • die Etablierung von Beförderungs- und Performance-Management-Prozessen, die geschlechtsspezifische Stärken und Entwicklungspotenziale berücksichtigen,
  • das Angebot geschlechtsspezifischer Gesundheits- und Nebenleistungsprogramme, die besondere Lebenssituationen und Umstände, z. B. eine höhere Lebenserwartung, berücksichtigen,
  • die Neuausrichtung der geforderten Kompetenzen und Eigenschaften für kritische Rollen im Unternehmen, um von den spezifischen Stärken von Frauen profitieren zu können sowie
  • ein aktives Management von Teilzeit- und Freistellungsregelungen, das verschiedene Lebensmodelle zulässt und Mitarbeiter während der Elternzeit und danach unterstützt.

„In der Schweiz wird viel darüber diskutiert, wie Frauen der Zugang in die Vorstände und Verwaltungsräte erleichtert werden kann. Das ist sicherlich wichtig und auch im Sinne der Unternehmen, aber wird mittel- und langfristig nicht zu nachhaltigen Lösungen führen“, kommentiert Lüder. „So ist beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch immer eines der grössten Karrierehindernisse. Das Thema wurde vom Schweizer Bundesrat bereits als Priorität eingestuft. Das ist ein positives Signal, auf das nun Taten folgen müssen.“

Über die Studie

Für die zweite Auflage von „When Women Thrive“ wurden fast 600 Unternehmen und Organisationen weltweit befragt, die insgesamt 3,2 Millionen Mitarbeiter beschäftigen, davon 1,3 Millionen Frauen. Eine Zusammenfassung der Studie ist unter whenwomenthrive.net verfügbar.

 

Artikel von: Mercer Deutschland
Artikelbild: © Rawpixel.com – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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