Lassen Sie sich von einem Zebrefanten inspirieren!

01.10.2015 |  Von  |  Selbstmanagement
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Lassen Sie sich von einem Zebrefanten inspirieren!
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Denken Sie bitte kurz an einen Elefanten. Vermutlich haben Sie – wie die meisten anderen Menschen – gleich ein geistiges Bild eines dieser grauen Dickhäuter vor Augen. Gut. Und jetzt denken Sie bitte an ein Zebra. Na bitte, klappt doch! Schon trabt es durch Ihre Gedanken und sieht Sie treuherzig an.

Das ist einfach, denken Sie. Denn Sie haben schon viele Elefanten und Zebras gesehen. Im Zoo, im Zirkus, oder im Fernsehen. Und wenn Sie Glück haben, konnten Sie diese Tiere sogar schon mal in freier Wildbahn beobachten. Es ist leicht, Bilder uns bekannter Dinge vor unserem geistigen Auge entstehen zu lassen.

Nun wird es interessant: Lassen Sie die zwei Bilder miteinander verschmelzen und denken Sie an einen Zebra-Elefanten, ein Elefanten-Zebra oder den Zebrefanten aus der Überschrift dieses Artikels. Was passiert in Ihrem Kopf, wenn Sie diese Wörter lesen?

Vielleicht konstruiert Ihr Geist jetzt das Bild eines Elefanten mit Zebrastreifen. Oder ein graues Zebra mit langem Rüssel und Stosszähnen. Oder mit dicken Elefantenbeinen. Oder etwas ganz anderes. Ziemlich sicher aber wird er irgendetwas aus den Begriffen erschaffen. Etwas Neues, das Sie bis dahin noch nicht kannten. Egal ob Sie es sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken können. Letzteres wäre übrigens sehr interessant. Kontaktieren Sie mich, falls Sie nun wissen, wie ein Zebrefant schmeckt!

Immer, wenn wir einen Begriff hören oder lesen, versucht unser Verstand automatisch ein inneres Bild davon herzustellen. Dies gelingt besonders dann, wenn wir zumindest einen Teil des Wortes bereits kennen und eine Vorstellung davon abgespeichert haben.



Wie kann der Zebrefant Ihnen helfen, bessere Ideen zu finden?

Das Ideenfindungswerkzeug (s. u.), das ich Ihnen heute vorstellen möchte, macht sich dieses wahrnehmungspsychologische Prinzip zunutze. Wir verbinden bewusst und willentlich zwei zunächst nicht zusammengehörende Wörter zu einem neuen Begriff und lassen uns durch diese Neubildung zu weiteren Ideen inspirieren.

Die Methode eignet sich besonders, um aus gewohnten Denkmustern auszubrechen und neue Produkte oder Produktlinien, Dienstleistungen oder Angebotspakete, Themen für Seminare, Artikel oder Bücher zu entwickeln. Sie brauchen dafür lediglich einen Stift, viele kleine Zettel oder Karteikarten und ein grosses Blatt Papier. Nehmen Sie sich je nach Aufgabenstellung 30 bis 90 Minuten Zeit.

Die Semantische Intuition

aus: Hennrich, Petra: „Brainstorming for One. 50 Werkzeuge und Übungen für Ihre Kreativität.“ (Junfermann Verlag, Paderborn)

  1. Definieren Sie das Thema, zu dem Sie heute Ideen finden möchten. Schreiben Sie dieses als Stichwort oder in einem ganzen Satz ins Zentrum eines grossen Papierbogens. Legen Sie den Bogen beiseite.
  2. Nehmen Sie nun Ihre kleinen Zettel oder Karteikarten zur Hand und notieren Sie darauf alle Begriffe, Ideen, Gedanken und Assoziationen, die Ihnen zu dem Thema spontan einfallen. Verwenden Sie für jeden Gedanken ein eigenes Kärtchen. Sammeln Sie so lange, bis Sie einen ansehnlichen Kartenstapel haben. Sollten Ihr Ideenfluss ins Stocken geraten, machen Sie kurz Pause und setzen Sie die Ideensammlung danach fort. Die besten Einfälle kommen häufig erst in der zweiten Runde.
  3. Wenn Sie genügend Begriffe gesammelt haben, legen Sie die Kärtchen beiseite und denken Sie noch einmal an die Aufgabenstellung. Welche Art von Lösung oder Antwort benötigen Sie? Was ist Ihr Ziel?
  4. Beginnen Sie danach, die gesammelten Stichwörter nach dem Zufallsprinzip neu zusammenzusetzen. Ziehen Sie dazu jeweils zwei oder drei Kärtchen aus dem Stapel, legen Sie sie nebeneinander, probieren Sie unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten und lassen Sie sich durch das Ergebnis inspirieren. Freie Assoziationen sind möglich und erwünscht. Sie können dabei auch gerne von der ursprünglichen Bedeutung der Wörter abweichen oder während der Arbeit weitere Kärtchen hinzufügen. Erlaubt ist, was gefällt und Ihrem Einfallsreichtum nützt. Oft stossen Sie auf Begriffspaare, die Sie sonst nie in einem Atemzug genannt hätten. Kann dadurch etwas Neues entstehen?
  5. Analysieren Sie die neu gefundenen Kombinationen: Was könnte das sein? Ist die Reihenfolge der beiden Wörter wichtig? Können daraus neue Ideen abgeleitet werden? Welche Möglichkeiten ergeben sich dadurch?
  6. Schreiben Sie alle neuen Ideen auf und benutzen Sie diese zur weiteren Inspiration. Machen Sie so lange weiter, bis Sie mit Ihrer Ausbeute zufrieden sind.
  7. Im Anschluss können Sie Ihre Ideen ordnen und strukturieren, zum Beispiel indem Sie die kleinen Zettelkombinationen auf den grossen Papierbogen kleben oder eine Mind-Map anfertigen.
  8. Lassen Sie Ihre Ergebnisse ruhen. Machen Sie Pause. Schlafen Sie darüber.
  9. Bewerten Sie die gefundenen Ideen erst zu einem späteren Zeitpunkt. Wählen Sie interessante, umsetzbare Ansätze aus und planen Sie konkrete Schritte.
  10. Setzen Sie die Ideen um!

Die ungewohnte Kombination zweier Wörter oder Vorstellungen führt fast immer zu unerwarteten, aussergewöhnlichen Ergebnissen. In einem meiner Seminare erfand eine Gruppe mit dieser Methode eine Vielzahl von Buchtiteln, während die zweite Gruppe kreative Seminarideen und -formate kreierte. Ich verwende die Semantische Intuition auch gerne nur zum Spass, zum Beispiel, um Wartezeiten zu verkürzen. Das trainiert den Geist und hält das Denken flüssig.


Ideenfindungswerkzeuge verhelfen zu neuen Gedanken. (Bild: © patpitchaya - shutterstock.com)

Ideenfindungswerkzeuge verhelfen zu neuen Gedanken. (Bild: © patpitchaya – shutterstock.com)


Ideenfindungswerkzeuge erweitern unseren Gedankenspielraum

„Wenn das einzige Werkzeug, das du hast, ein Hammer ist, werden bald alle deine Probleme wie Nägel aussehen.“ Chinesisches Sprichwort

Könnten wir nur unseren Körper einsetzen, um auf unsere Umwelt einzuwirken, würden wir an den einfachsten Aufgaben scheitern. Das Erfolgsmodell Mensch wäre nie so weit gekommen, hätten unsere Vorfahren nicht damit begonnen, Werkzeuge zu benutzen. Mit diesen verlängerten Gliedmassen können wir unser Handlungsspektrum erweitern und unsere körperlichen Beschränkungen ein Stück weit aufheben.

Doch wie sieht es mit unseren geistigen und kreativen Beschränkungen aus? Viele Menschen meinen, das einzige Denkwerkzeug, das sie benötigen, sei ihr Verstand. Den benutzen Sie dann mehr oder weniger erfolgreich dazu, ihre vorgefassten Meinungen und Glaubenssätze zu verteidigen. Aber ist das Denken? Oder gar kreatives Denken?

Ideenfindungswerkzeuge erweitern Ihren Denkradius und helfen Ihnen so, Ideen zu finden, die nicht auf der Hand liegen.

Ich verwende den Begriff Werkzeug in diesem Kontext, da er für mich klarer und intuitiver als das gebräuchlichere Wort Kreativitätstechnik vermittelt, worum es geht: Tools, derer wir uns bedienen, um unser Spektrum zu erweitern und unser Repertoire zu vergrössern. Ich kann sie zur Hand nehmen und damit arbeiten. Und je öfter ich sie benutze, desto mehr werden sie Teil meiner selbst. Darin gleichen sie dem Hammer, der Zange oder dem Schraubenzieher, die wir mit etwas Übung mühelos in unser Körperschema integrieren.

Neue Gedanken und Ideen – legen Sie los!

Ideenfindungswerkzeuge erweitern unser Denkspektrum. Mit der Semantischen Intuition kombinieren Sie scheinbar nicht zusammen gehörende Begriffe zu etwas Neuem, um kreative Produkte, Dienstleistungen oder Angebote zu entwickeln. Die Fähigkeit dazu ist uns angeboren – wir müssen Sie nur üben und nutzen!

Kontakt:

Petra Hennrich Creative Coaching
Lindengasse 14/3/5, 1070 Wien

E-Mail: ph@petrahennrich.at
Web: petrahennrich.at
Tel.: +43 660 34 09 471

 

Artikelbild: © Petra Hennrich

Über Petra Hennrich

Petra Hennrich ist systemische Coachin, Trainerin und Autorin. Als „alter Hase“ in der Werbebranche mit über zwanzig Jahren Agenturerfahrung beschäftigt Sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema Kreativität. Heute vermittelt sie das so gesammelte Wissen in Einzelcoachings und Seminaren. 2013 erschien Ihr Buch „Brainstorming for One. 50 Werkzeuge und Übungen für Ihre Kreativität“ (Junfermann Verlag, Paderborn). Porträtfoto: © Peter Rauchecker


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