Was leisten soziale Plattformen für das Content-Marketing?

29.07.2015 |  Von  |  Marketing

Geschätzte Lesezeit: 7 minutes

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Wer heute eigene Inhalte verbreiten möchte, kommt um soziale Plattformen nicht umhin. Diese bieten den Vorteil, mit bescheidenen Kosten eine hohe Reichweite erzielen zu können.

Zudem kann die Verbreitung eines Beitrags gut nachvollzogen werden und besteht die Möglichkeit, direkt mit der Zielgruppe zu kommunizieren.

In der Regel dauert es aber eine gewisse Zeit, den richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken zu erlernen und die gelieferten Performance-Daten korrekt zu interpretieren. Für diejenigen, die von Anfang an die Entwicklung der sozialen Plattformen mitgemacht haben, sind viele eigentlich subtile Dinge selbstverständlich geworden. Wer relativ neu dabei ist, kann von den Erfahrungen der „Alten Hasen“ profitieren – in diesem Artikel haben wir ein paar interessante Erfahrungswerte zusammengestellt.

Mit der schnelllebigen Zeit Schritt halten

Produktlebenszyklen werden immer kürzer, soziale Medien werden ständig um- und ausgebaut, Informationen in einer nie dagewesenen Fülle produziert und mit rasender Geschwindigkeit aktualisiert. Es fühlt sich so an, als ob sich die Dinge, mit denen man täglich interagiert, in einem permanenten Fluss befänden und es deshalb keine Zeit gebe, sich an Neuerungen zu gewöhnen. Es bleibt fast keine Zeit mehr, um das Potential einer Innovation richtig zu nutzen, da sie vorher schon wieder von einem verbesserten Produkt abgelöst wird.

Content-Marketing bildet hier keine Ausnahme. Die Mittel zur Erzeugung, Verbreitung und Performance-Analyse von Content verändern sich mittlerweile so schnell, dass nur wenig Zeit bleibt, um sich ausreichend mit ihnen vertraut zu machen. Wer gerade erst anfängt, sich mit Content-Marketing und den sozialen Plattformen zu beschäftigen, hat es besonders schwer, denn es gibt nicht nur permanent Neues zu lernen, sondern auch viel Wissen aufzuholen. Zumindest teilweise lässt sich der Wissens- und Erfahrungsnachteil kompensieren, indem man von den Erfahrungen anderer lernt.


Soziale Medien werden ständig um- und ausgebaut. (Bild: © Nykonchuk Oleksii - shutterstock.com)

Soziale Medien werden ständig um- und ausgebaut. (Bild: © Nykonchuk Oleksii – shutterstock.com)


Für den Bereich Soziale Plattformen hat die Geschäftsführerin der Groove Digital Marketing Agentur, Elisabeth Dyrsmid, ihre wichtigsten Lehren in einem Beitrag zusammengetragen.

Anzahl der Follower hat nur begrenzte Aussagekraft

Dyrsmid zufolge solle man bei der Erfolgsbewertung eines sozialen Kanals – Twitter, Facebook, Instagram etc. – nicht den Fehler begehen und sich dabei an der Anzahl an Followern orientieren. „Followers spielen keine Rolle“, schreibt sie deutlich und erklärt, dass sich in dieser Zahl eine unbekannte Menge von Bots, Marketern auf der Suche nach Reichweitenvergrößerung und weitere irrelevanter Kontakte befänden. Stattdessen solle man die Interaktion betrachten, die ein Beitrag auf einem sozialen Kanal erzeugt und die generierten Leads.

Betrachtet man einen sozialen Kanal isoliert, liefert die Auftragung der Anzahl an gewonnenen Followern über die Zeit natürlich schon einen gewissen Anhaltspunkt, wenn die Daten auch durch die genannten Faktoren verzerrt sind. Vergleicht man aber die Performance verschiedener Kanäle miteinander, kann die alleinige Orientierung an den Follower-Zahlen zu Fehlentscheidungen führen – bei der man sich vielleicht dazu entscheidet, den in Wirklichkeit besser laufenden Kanal zu Gunsten eines schwächer performanten Kanals aufzugeben.


Anzahl der Follower hat nur begrenzte Aussagekraft (Bild: © Nobelus - shutterstock.com)

Anzahl der Follower hat nur begrenzte Aussagekraft (Bild: © Nobelus – shutterstock.com)


Gebührenfrei – aber nicht kostenlos

Auch wenn es sich zunächst anders anfühlen mag, Social Media Marketing verursacht Kosten. Dyrsmid stellt fest, dass man sich als Betreuer eines sozialen Kanals diesem Kanal genauso verbunden fühlen und sich so engagieren müsse, wie es die Nutzern tun, die man erreichen möchte. Insgesamt komme damit eine relevante Arbeitslast zusammen, wie sie unter Berufung auf eine Statistik (Quelle: AdWeek) zur täglichen Nutzungszeit ausgewählter sozialer Plattformen zeigt. Im Durchschnitt investieren Nutzer auf Facebook ca. 42 Minuten pro Tag. Setzt man diesen Zeitaufwand nur für die Betreuung des Kanals an – nicht für die eigentliche Content-Erstellung –, entstehen bei 20 Arbeitstagen pro Monat 14 Stunden Aufwand.

Hierbei muss gesagt werden, dass dieser Effekt erst dann auftritt, wenn auf einem Kanal eine rege Interaktion herrscht. Zu Beginn wird eine Facebook-Seite erst einmal nur mit Inhalten befüllt, was pro Beitrag vielleicht eine Minute dauert – wächst der Kanal, wächst aber auch der nötige Arbeitsaufwand.


Die Statistik zeigt die Entwicklung der Anzahl der täglich aktiven Nutzer (DAU) von Facebook nach Regionen von März 2009 bis März 2015. (Quelle: Statista.de)

Die Statistik zeigt die Entwicklung der Anzahl der täglich aktiven Nutzer (DAU) von Facebook nach Regionen von März 2009 bis März 2015. (Quelle: Statista.de)


Social-Media-Arbeit extern bewerkstelligen?

Für wen der digitale Kanal neu ist, scheut in der Regel den initialen Aufwand, um sich vorab damit vertraut zu machen. Auch der richtige Umgang mit dem Kanal muss erst erlernt werden (um welche Uhrzeit setze ich am besten einen Beitrag? Wie viele Zeichen sollte er enthalten? usw.). Aus diesem Grund lagern viele Firmen die Arbeit gerne an externe Agenturen aus. Das ist zwar einfacher, aber „einfach bedeutet nicht unbedingt auch weise“, schreibt Dyrsmid.

Externe Agenturen seien in der Regel nicht genau mit den Zielen vertraut, die verfolgt werden sollen. Diese kennen die angebotenen Produkten und Serviceleistungen nicht in der Tiefe und können so auch nicht den Nutzen kommunizieren. Die Social Media Experten könnten lediglich dafür sorgen, dass mehr Personen die Inhalte lesen würden, aber die Content-Erstellung müsse in den Händen der Experten bleiben.

Klasse statt Masse

Letztlich spiele auch die Länge eines Beitrags keine Rolle, so Dyrsmid. Obwohl viele Marketer rieten, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Länge eines Artikels liege, sei dem nicht so. „Qualität steht über Quantität“, schreibt Dyrsmid. Man solle sich auf Inhalte fokussieren, die kurz und prägnante geschrieben und natürlich für die Zielgruppe relevant seien.



Dabei ist aber zu bedenken, dass die meisten Artikel, die ein hohes Google-Ranking erhalten (auf der ersten Seite der Suchergebnisse auftauchen), mindestens 2500 Wörter enthalten. Wie der Mitgründer des Content-Marketing Instituts Neil Patel deutlich gezeigt hat, liefert Google in der Regel den meisten Traffic auf eine Webseite. Daher sollten Content-Marketer diesen Aspekt bedenken und das Prinzip „kurz und prägnant“ nicht durch konzentrierte 300-Wörter Texte realisieren.

 

Oberstes Bild: © bleakstar – shutterstock.com


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