Als Texter arbeiten – lieber von zu Hause aus oder im Büro?

10.07.2015 |  Von  |  Selbstmanagement
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Als Texter arbeiten – lieber von zu Hause aus oder im Büro?
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Wer als Content-Writer oder Texter tätig ist, braucht eine geeignete Arbeitsumgebung. In Zeiten der Vernetzung bieten viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern die Möglichkeit an, von zu Hause aus zu arbeiten. Sollte man diese Option nutzen – oder doch einen Büroarbeitsplatz bevorzugen?

Dieser Artikel spricht sich für das Home-Office aus. Im folgenden Text möchte ich kurz erklären, warum und unter welchen Bedingungen diese Wahl sinnvoll ist.

Content-Writer sind geordnet kreative Menschen. Wenn sie sich einem Thema widmen, lassen sie ihren Gedanken freien Lauf und haben sie dabei doch so weit unter Kontrolle, dass sich am Ende eine klare Denkstruktur herauskristallisiert. So können sie zu einem Thema verschiedene Blickwinkel einnehmen und schaffen es dabei, sich nicht in jedem Gedankengang zu verlieren, sondern einen roten Faden zu spinnen, ihn mit den richtigen Worten auszudrücken und am Ende einen konsistenten, nachvollziehbaren Artikel zu verfassen.

Das ist keine Aufgabe, die einfach und immer, unabhängig von allen äusseren Umständen, mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks abgerufen werden kann. Natürlich stellen sich die Schreiber und auch deren Arbeitgeber die Frage, in welchem Umfeld diese Tätigkeit am besten erledigt werden kann – am zentralen Büro-Arbeitsplatz oder im Home-Office? Selbstverständlich lassen sich diese beiden Kategorien auch mischen und jeweils noch feiner unterteilen. Ist ein Grossraumbüro besser oder ein Einzelbüro? Oder vielleicht ein extra Schreibraum, an dem sich der Content-Writer zurückziehen kann, um nach dem Austausch im Grossraumbüro in Ruhe arbeiten zu können.

Ich selbst habe beides kennengelernt. Seit ca. 18 Monaten arbeite ich hauptberuflich in einem zentralen Büroarbeitsplatz und nebenberuflich im Home-Office. Es ist sogar so, dass die eine Firma zentral verwaltet wird – alle Angestellten treffen sich in einem Gebäude und tauschen sich regelmässig persönlich aus – und die andere Firma dezentral. Im zweiten Fall bedeutet das, dass es kein zentrales Gebäude gibt, an dem alle Mitarbeiter versammelt sind. Vielmehr ist jeder Angestellte in seinem eigenen Home-Office.


Umfrage zum Thema „Home Office“: 20% der Befragten würden gerne täglich von zu Hause arbeiten. (Quelle: © Statista)

Umfrage zum Thema „Home Office“: 20% der Befragten würden gerne täglich von zu Hause arbeiten. (Quelle: © Statista)


Was ist nun für Content-Writer die bessere Wahl?

So eine Aussage ist natürlich schwierig und müsste sicherlich von Fall zu Fall neu entschieden werden. Ich möchte mich aber zu der Aussage hinreissen lassen, dass ein Content-Writer im Home-Office durchaus gut aufgehoben ist. Die vertraute Umgebung und auch eine gewisse Freiheit bieten die nötige Lockerheit für kreatives Schreiben. Diese Komponente spiegelt sich in den Texten wider, und da Content-Marketing-Inhalte auch immer einen gewissen Unterhaltungscharakter haben sollen, kommt dies der Textqualität direkt zugute.

Ausserdem bietet das Home-Office die Möglichkeit, auf Schreibblockaden ganz anders zu reagieren. Wer nach einer halben Stunde alles dreimal geschrieben und auch dreimal durchgestrichen hat, sollte den Kopf erst einmal wieder frei bekommen. Ich persönlich greife dazu gerne einmal zur Gitarre oder gehe eine Runde joggen. Im Büro hat man diese Freiheit in der Regel nicht – man kann vielleicht einen Kaffee trinken oder einen kurzen Spaziergang machen, was auch hilft, aber nicht in so grossem Masse.


Die vertraute Umgebung im Home-Office bieten die nötige Lockerheit für kreatives Schreiben. (Bild: Jakub Zak – shutterstock.com)

Die vertraute Umgebung im Home-Office bieten die nötige Lockerheit für kreatives Schreiben. (Bild: Jakub Zak – shutterstock.com)


Home-Office bedeutet in der Regel auch Eigenverantwortlichkeit. Themen werden selbst ausgewählt, recherchiert und veröffentlicht. Dieses Mass an Freiheit und Vertrauen wirkt sich beflügelnd aus und macht Mut noch mehr über seinen eigenen Aufgabenbereich hinaus nachzudenken, Ideen zu verfolgen und konkret im Kopf zu Ende zu denken und sie letztlich vorzuschlagen. Vielleicht wird sie sogar umgesetzt. Und vielleicht ist der Content-Writer selbst an der Umsetzung beteiligt, und so wird bald aus einem Schreiber eine zusätzliche Kraft für die Qualitätsverbesserung und das Projekt-Management. Die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen steigt und damit auch die Motivation.

Aber diese Aspekte können natürlich nicht für jeden einzelnen Content-Writer zum Tragen kommen. Der obige Fall beschreibt ein mögliches Umfeld zur Gestaltung von allgemeinverständlichen Texten. Ein guter Schreiber, der ordentlich recherchieren kann, profitiert von einer derart hohen Freiheit. Wer zum Beispiel für ein Unternehmen tätig ist, das Content-Marketing für eine sehr spitze Zielgruppe aus dem technischen oder wissenschaftlichen Bereich betreibt und entsprechend sehr fachspezifische Informationen verarbeiten muss, sollte nicht alles allein entscheiden können bzw. müssen.



Der regelmässige und persönliche Austausch mit den Fachkollegen ist eine so grosse Hilfe, um sich in hochspezialisierte Themen einzuarbeiten, dass man ihn nicht durch eine Home-Office-Dezentralisierung versiegen lassen sollte. Über Telefon, Chat, Emails, Video-Telefonkonferenzen usw. sind die Kollegen prinzipiell zwar immer und beinahe überall erreichbar, aber der digitale Austausch ist doch nicht dasselbe, wie ein persönliches Gespräch.

Das ist vielleicht der wichtigste Aspekt, den man bei der Wahl zwischen Home-Office und Büroarbeitsplatz berücksichtigen sollte: Wiegt der anregende Faktor einer hohen Freiheit mehr als die Unterstützung durch den persönlichen Austausch?

Ich bin der Meinung, dass bei der Texterstellung für allgemeinverständliche Themen der erhöhte Freiraum des Home-Office überwiegt.

 

Oberstes Bild: © Jack Frog – shutterstock.com


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