PFAFF Nähmaschinen (Teil 1): Firmengründung und Historie

04.06.2015 |  Von  |  Start-up

Geschätzte Lesezeit: 7 minutes

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Im Millionen Haushalten in der Schweiz, Deutschland und anderen Nationen ist eine Nähmaschine von PFAFF fester Bestandteil. Die deutsche Traditionsmarke aus dem pfälzischen Kaiserslautern steht seit mehr als 150 Jahren für höchste Qualität in Haushaltsmaschinen und weiteren Anlagen, die für private und gewerbliche Kunden gefertigt werden.

Das Unternehmen kann auf eine spannende Historie zurückblicken. Im Folgenden soll ein Blick auf die Gründungsjahre und die ersten Jahrzehnte von PFAFF geworfen werden.


Dies ist ein zweiteiliger Bericht über „PFAFF Nähmaschinen“.

PFAFF Nähmaschinen Teil 1.: Firmengründung und Historie

PFAFF Nähmaschinen Teil 2.: Von der Nachkriegszeit ins 21. Jahrhundert


Die Unternehmensgründung der G. M. Pfaff AG

Die Gründung des renommierten Herstellers von Nähmaschinen und Industriesystemen reicht ins Jahr 1862 zurück. Der knapp 40-jährige Firmengründer Georg Michael Pfaff verstand sich als vielseitiger Geschäftsmann. Neben Nähmaschinen wurden in den Anfangsjahren auch Blechblasinstrumente gefertigt. Die erste Nähmaschine, die PFAFF 1862 verkaufte, ist erhalten geblieben und kann im Deutschen Museum in München bewundert werden. Dieser exponierte Platz deutet bereits an, welche Rolle das Unternehmen in der deutschen und europäischen Wirtschaftsgeschichte gespielt hat.

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Nähmaschinen von PFAFF und anderen Marken:

nähmaschinen-huber.chNähmaschinen Huber
Thomas Huber
Gallusstrasse 1
CH-6010 Kriens

+41 (0)41 410 10 16 (Telefon)
+41 (0)41 410 10 16 (Fax)

info@naehmaschinen-huber.ch (Mail)
nähmaschinen-huber.ch (Web)

Öffnungszeiten:

Montag: 13.30 bis 18.00 Uhr
Dienstag bis Freitag: 09.00 bis 12.00 Uhr / 13.30 bis 18.00 Uhr
Samstag: geschlossen

Knapp ein Jahrzehnt nach Gründung der G. M. Pfaff AG wurde die Fertigung von Musikinstrumenten aufgegeben. Stattdessen erfolgte die strikte Fokussierung auf Nähmaschinen. Durch die Spezialisierung konnte die Produktionsrate erheblich gesteigert werden. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden jährlich Tausende von Maschinen gefertigt. Ihr Einsatz war gleichermassen für professionelle Schneidereien und Privathaushalte interessant, in denen sich Hausfrauen um die Anfertigung und Aufbereitung von Kleidungsstücken aller Art kümmerten. Auch wenn in den ersten Jahrzehnten keine Fertigung von industriellen Nähmaschinen erfolgte, genoss das Unternehmen bald weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ein hervorragendes Renommee.

Soziale Unternehmensführung und Expansion ins Ausland

Als Leiter eines florierenden Unternehmens nahm Georg Michael Pfaff die soziale Absicherung seiner Mitarbeiter schnell als wichtige Aufgabe wahr. So wurden in den 1870er Jahren eine Krankenunterstützungskasse sowie eine betriebliche Rentenkasse gegründet, da es zum damaligen Zeitpunkt noch kein einheitliches Sozialversicherungssystem in der Bundesrepublik gab.


(Bild: © Bundesarchiv, B 145 Bild-F001162-0004 - Unterberg, Rolf - CC-BY-SA)

(Bild: © Bundesarchiv, B 145 Bild-F001162-0004 – Unterberg, Rolf – CC-BY-SA)


Mit ausgelasteten Kapazitäten am Standort Kaiserslautern entschied sich PFAFF zudem zur Eröffnung eines weiteren Werkes in London, wodurch das Unternehmen binnen weniger Jahre auch auf der britischen Insel zu einem führenden Ansprechpartner für Nähmaschinen wurde. Vom internationalen Erfolg konnte Georg Michael Pfaff nicht mehr lange profitieren – er starb 1893. Die Geschäftstätigkeit wurde von seinem Sohn Georg Pfaff übernommen, zu dessen ersten Aufgaben der Aufbau eines neuen und grösseren Betriebsgebäudes am Galgenberg in Kaiserslautern gehörte.

Ausdehnung auf industrielle Nähmaschinen

Nur wenige Jahrzehnte seit Firmengründung hatte es gedauert, bis PFAFF Nähmaschinen gleichermassen in Privathaushalten, Handwerk und Industrie etabliert waren. Für die Bedürfnisse heranwachsender Textilunternehmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Maschinen jedoch unterdimensioniert. Ab dem Jahr 1907 wurde deshalb begonnen, spezielle Industrienähmaschinen zu fertigen, die auf grössere Produktionsraten und eine schnellere Verarbeitung ausgelegt waren. Der Erfolg vieler renommierter Firmen der deutschen Textilbranche wäre ohne die Markenqualität von PFAFF in der der Fertigung von Hemden, Hosen & Co. kaum möglich gewesen.



Durch das neue Industriesegment ergaben sich zusätzliche Anfragen aus dem Ausland, die zu einer erheblichen Ankurbelung des Exportgeschäfts beitrugen. So wurden in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg mehr Nähmaschinen im Ausland als in Deutschland verkauft. In dieser Zeitspanne wurde die Marke PFAFF auch in der Schweiz zu einem festen Begriff – bei Hausfrauen, ebenso wie grösseren Textilunternehmen. Das Ende des Ersten Weltkrieges erlebte Georg Pfaff nicht mehr. Die Geschäfte der ersten Nachkriegszeit wurden von dessen Tochter Lina weitergeführt.

PFAFF in der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Unter der Leitung von Lina Pfaff wurden die Sozialleistungen des Arbeitgebers PFAFF erheblich ausgeweitet. Neben einer Hinterbliebenenkasse wurde eine erste Pfaff-Siedlung mit Wohnungen für die Angehörigen der Arbeitskräfte geschaffen. Für die Freizeitgestaltung wurde ein Pfaff-Bad eingerichtet. Die Unternehmensführung lag lediglich ein knappes Jahrzehnt bei Lina Pfaff, ab 1926 sollte ihr Neffe Karl Pfaff die neu gegründete Pfaff Aktiengesellschaft leiten. Die Produktionsleistung wurde zwischen den beiden Weltkriegen auf mehrere 100 Maschinen pro Tag ausgedehnt. Knapp 2‘500 Mitarbeiter kamen zu diesen Spitzenzeiten für die PFAFF AG zum Einsatz. Auch der soziale Aspekt wurde durch Gründung einer weiteren Pensionskasse berücksichtigt.

Wie in vielen Branchen sorgte der Zweite Weltkrieg für erhebliche Einschnitte in der Produktivität und Ausrichtung der Produktion. Das Geschäft an Nähmaschinen brach im Vergleich zu den vorherigen Jahrzehnten ein. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft war das Unternehmen ausserdem zur Anfertigung von Schlössern für Maschinengewehre gezwungen. Das Renommee von PFAFF im In- und Ausland litt unter den schweren Kriegsjahren allerdings nicht übermässig.



Baldiger Wiederaufbau nach dem Krieg

Im Jahr 1944 wurden weite Teile des Produktionswerks in Kaiserslautern bei einem Bombenangriff zerstört. Nach Kriegsende sollte es zu einem schnellen Wiederaufbau des Betriebs kommen, der hierbei von einigen florierenden Jahrzehnten im Vorfeld profitieren konnte. Die Produktion von Nähmaschinen für Privathaushalte und Industrie wurde schnell wieder zum stärksten Segment des Unternehmens. Über die kommenden Jahre fand allerdings eine Abwandlung und Modernisierung in der Produktpalette statt. Wie PFAFF seine Erfolgsgeschichte nach den Nachkriegsjahren ausweitete und gleich zweimal die schweren Zeiten einer Insolvenz überstand, lässt sich im zweiten Teil unseres Berichts erfahren.

 

Oberstes Bild: © Georgina12 – CC BY-SA 3.0

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