Feel-Good-Management braucht das richtige Mobiliar

07.04.2015 |  Von  |  Allgemein, Organisation

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Feel-Good-Management braucht das richtige Mobiliar
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Bislang betreiben es vor allem junge Start-ups, Vorreiter ist aber sicherlich Google, seines Zeichens ein wahrer Firmengigant. Die Rede ist vom Feel-Good-Management. Es ist der neue Hype für mehr Arbeitnehmerzufriedenheit, eine bessere Beziehung zwischen Angestellten und dem Unternehmen und letztlich für mehr Arbeitsproduktivität.

Das Beispiel Google zeigt, dass das Konzept auch für grosse Unternehmen interessant ist. Das Ganze kann jedoch nicht nur auf dem Papier existieren. Ist auch Ihre Betriebseinrichtung schon auf den Feel-Good-Trend eingestellt?

Es gibt sie im Silicon Valley, in Leipzig und Berlin haben sie eine feste Anstellung gefunden und auch vor Zürich oder Basel machen die Feel-Good-Manager nicht Halt. Ihre Aufgabe ist es, im Unternehmen Bedingungen zu schaffen, die ein echtes Wohlfühlklima erzeugen und den Spass am Arbeitsleben erhöhen können. Zweifler fragen, ob der Arbeitsplatz der richtige Ort für ein Rundum-Sorglos-Paket ist, oder es hier nicht vordergründig um das Erbringen von Arbeitsleistungen geht. Experten für Betriebseinrichtungen und Arbeitsplatzgestaltung haben mittlerweile erkannt, dass der Wohlfühl-Faktor am Arbeitsplatz eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf die Motivation und letztlich die Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter hat.

Statistiken belegen, dass aufgrund der gewachsenen Anforderungen am Arbeitsplatz viele Arbeitnehmer, ausgegangen wird von etwa 28 Prozent, in der Freizeit keinen Elan mehr für aktive Entspannung aufbringen. Tendenz steigend. Da ist es nur folgerichtig, wenn ein Teil des Sich-Wohlfühlens unmittelbar an den Arbeitsplatz verlagert wird. Insider geben zu, dass das nicht ganz ohne Eigennutz für die Unternehmer erfolgt.

Vom Pausenraum zum Abenteuerspielplatz

Der Trend aus der Zwischenüberschrift scheint ein wenig übertrieben, fasst jedoch gut zusammen, worauf es im Feel-Good-Management unter anderem ankommt. Während die einen noch gelangweilt und eher gezwungenermassen mit ihren Butterbroten im spartanisch eingerichteten Pausenraum hocken, schöpfen andere schon frische Kraft in der kombinierten Chillout-Action-Area, in der sich Liegeinseln im Karibik-Flair gleich neben Kaffee-Vollautomat, Kochinsel, Tischtennisplatte und Kicker zu einer kleinen Spielwiese für Grosse gruppieren.

Die Butterbrot-Verzehrer kehren mehr oder minder zufrieden an ihren Arbeitsplatz zurück, die grossen Kinder haben frischen Glanz in den Augen, sind vergnügt und arbeiten sich voller Elan auf die nächste Spiel- oder Relaxpause hin.

Neben der besonderen Gestaltung und Ausstattung der Pausenbereiche umfasst das Feel-Good-Management selbstverständlich noch viele andere Massnahmen für ein entspanntes Miteinander statt des drögen Nebeneinanders im Unternehmen. Da wird freitags in manchem Unternehmen das gemeinsame Kochen mit der Führungsetage etabliert, in anderen Unternehmen suchen die Arbeitnehmer Ostereier oder zu Weihnachten kleine Präsente, der Geburtstag des Kollegen wird in einer entspannten Atmosphäre an der grossen Kaffeetafel gefeiert. Alles scheint ein wenig easy und ist doch ganz nah an der Arbeit.


Besonders für Unternehmen, in denen viel in einseitigen Körperhaltungen gearbeitet wird, ist die Aktivzone ein beliebter Bereich. (Bild: ressmaster / Shutterstock.com)

Besonders für Unternehmen, in denen viel in einseitigen Körperhaltungen gearbeitet wird, ist die Aktivzone ein beliebter Bereich. (Bild: ressmaster / Shutterstock.com)


Was Feel-Good-Arbeitsplätze brauchen

An erster Stelle stehen sicherlich Ideen. Die lassen sich relativ schnell und einfach sammeln. Welche der Ideen zu echten Favoriten werden, kann in gefestigten Unternehmensbereichen sogar abgestimmt werden. In der Umsetzung tun sich dann viele Unternehmen schon etwas schwerer. Hier fehlt es oftmals nicht nur an der materiellen Ausstattung. So richtig Leben in das Feel-Good-Management bringt eben nur der Feel-Good-Manager. Der ist allerdings auch recht ratlos und eingeschränkt, wenn die Betriebseinrichtung für echte Chillout-Zonen mehr als ungeeignet ist. Dann lohnt es sich, die erforderlichen finanziellen Mittel in die Hand zu nehmen.

Je nach Raumangebot und den wirklichen Interessen der Mitarbeiter gilt es bei der Ausstattung der Pausenbereiche drei unterschiedliche Belange näher in Augenschein zu nehmen. Dazu gehören:

  • Bereiche für passive Entspannung (Ruhezonen)
  • Bereiche für das leibliche Wohl (Stichpunkt Teeküche, Kochen, Backen)
  • Aktivzone (aktive Entspannung)

Die Einrichtung der einzelnen Bereiche

Sicherlich hängt die konkrete Einrichtung der einzelnen Bereiche von den Möglichkeiten und den Wünschen der Beschäftigten ab. Dennoch geben wir hier einige Tipps für die Einrichtung der einzelnen Pausenzonen im Rahmen des Feel-Good-Managements.

Chillout-Zone

Diese sollte grundsätzlich in einem eher ruhigen Bereich eingerichtet werden. Zur Ausstattung sind hier Liegen und bequeme Massagesessel genauso sinnvoll wie beispielsweise grosse Sitzsäcke, Hängesessel oder sogar Hängematten. Angenehmes Licht und eine beruhigende Farbgestaltung können das Anliegen der Ruhezone genauso unterstützen wie unaufgeregt untermalende Musik oder vielleicht auch ein Bildschirm für die Information zwischendurch.

Aktivzone

Besonders für Arbeitsbereiche, in denen viel in einseitigen Körperhaltungen gearbeitet wird, ist die Aktivzone ein beliebter Bereich. Hier darf alles rein, was Bewegung schafft. Gern gesehen sind Tischtennisplatten, Kicker, Billardtische oder Dart-Automaten. Auch einzelne gymnastische Geräte dürfen hier zur Verfügung gestellt werden. Finden Sie einfach heraus, was Ihren Mitarbeitern Spass macht.



 Kein Feel-Good ohne das leibliche Wohl

Die Pause für die Nahrungsaufnahme darf gern einmal anders gestaltet werden. Kochinseln, Mikrowellen, Kühlschränke und natürlich der Essplatz sind hier die tragenden Einrichtungen. Hier kann gemeinsam gekocht, geschlemmt und geplaudert werden. In grossen Unternehmen mit Mensa-Versorgung geht das vielleicht nicht, in kleineren Betrieben allemal. Sinnvoll ist hier, wenn Kochen, Essen und Unterhaltung immer auch zum kleinen Event mitten im Arbeitsalltag werden können.

Auch wenn sich das Feel-Good-Management nur langsam in der Wirtschaft etabliert, sind moderne Unternehmen dennoch gut beraten, sich entsprechend vorzubereiten.

 

Oberstes Bild: Arbeitsplatz und dennoch Feel-Good-Area. (© Lichtmeister / Shutterstock.com)

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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