think pink – Die sanfte Versuchung

17.03.2015 |  Von  |  Kommunikation
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
think pink – Die sanfte Versuchung
5 (100%)
1 Bewertung(en)
Sie sind wahre Perlen. Tatkräftige, optimistische Menschen aller Hierarchieebenen, die auch bei schwerem Seegang in die Wanten klettern, mit wachem Blick erfolgskritische Prozesse überwachen und manchmal auch mit unorthodoxen Methoden sicherstellen, dass Ziele erreicht und drohende Gefahren abgewendet werden. Eines haben sie gemeinsam: Ihren Sinn für das Konkrete. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Mit knorrigen, kantigen. Mit zaghaften. Mit leidenschaftlichen … und mit solchen, die auf der Suche nach ihrer Leidenschaft sind. Denn was man gerne macht, macht man auch gut. Und ihre Sache „gut“ machen – das wollen die meisten Menschen. Auch wenn sich im Einzelfall trefflich darüber streiten liesse, was das konkret bedeutet …
Unterhaltsam, inspirierend, informativ: In seinem Blog schreibt Michael Defranceschi darüber, warum motivierte Mitarbeiter so gefährlich sind, wie man Change Management berechnen kann und woran man einen guten Coach erkennt.

„Mach’s gut!“

Wir wünschen es uns gegenseitig. „Also dann: Mach’s gut!“ Auch wenn der Satz sprachlich beinahe im Befehlston daherkommt – wir nehmen ihn als herzlich-zugeneigten Segenswunsch: Es möge dir gut gehen! Es möge dir gelingen! Ja was denn? Bewusstseinspsychologen sprechen von einer erstaunlich grossen Anzahl automatisierter Prozesse. 97% unserer Handlungen seien kaum mehr als die Wiederholung einstudierter Abläufe, die wir nur zu seltenen „Sonn- und Feiertagen des Bewusstseins“ in Frage stellen. Auftauchen aus dem Alltagstrott. Uns selbst in’s Gesicht schauen und die einfachen Fragen stellen: Wer bist du eigentlich? Was willst du wirklich? Was treibt dich? Diese Fragen sind eine wahre Goldgrube. Direkt unter der Oberfläche des vor lauter tatsächlicher und vermeintlicher Sachzwänge allzu selten beackerten Feldes lagern unerwartete Schätze. Diese Schätze zu heben ist die Leidenschaft einer frischen, bunten Branche. Führungskräfte, Teams und ganze Unternehmen stehen im Fokus von Trainer/innen, Coaches und Beratenden unterschiedlichster fachlicher, methodischer und…zugegeben: auch qualitativer Niveaus. Unsere Branche ist immer wieder dabei, sich neu zu finden. Wir sind eben Schatzsucher durch und durch. Das macht uns für unsere Kunden so attraktiv: Wir finden grosse und kleine Schätze. Bekannte, vertraute und völlig unerwartete Schätze. Doch ein Schelm, wer verspräche, diese Schätze gäbe es umsonst.

think pink

Es klingt wie im Märchen. Die Vorstellung, man könne seine Wünsche beim kosmischen Bestellservice einreichen und mühelos Erfolge einsammeln ohne sich auch nur zu bücken. Zu leben, als gäbe es keine Probleme, sondern nur Herausforderungen. Als habe alles auch eine gute Seite. In einem Unternehmen, das ob extremer Preisschwankungen, immer kürzerer Lieferzeiten und sich verändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen in den Konkurs schlittert, wird bei der Verteilung der Requisiten die vielzitierte „rosa Brille“ vermutlich zum Ladenhüter, allenfalls galgenhumorig Verwendung finden – den bitteren Kontrast mit den menschlichen Opfern von wirtschaftlichen Krisen und militärischen oder politischen Konflikten brauchen wir an dieser Stelle gar nicht erst zu bemühen. Wo es um existenzielle Herausforderungen geht, ist falsch verstandenes „positives Denken“ geradezu Gift für eine förderliche Weiterentwicklung: Flucht in eine Scheinwelt, der letzte Tanz auf der Titanic.

Alles hat seinen Preis

Es ist wie im Märchen. Alles hat seinen Preis. Den Schatz bekommt, wer die Aufgaben erfüllt, die an ihn oder sie gestellt werden. Während Goldmarie in der Anderwelt offenen Sinnes und ohne zu zögern erkennt was zu tun ist, ignoriert ihre dunkle Schwester den mit überreifen Früchten beladenen Apfelbaum, lässt das Brot im Ofen anbrennen und zeigt im Haus der Frau Holle auch für die Routinearbeit des täglichen Bettenschüttelns wenig Begeisterung. Vertrautes Phänomen, oder? Die Rollen, die im Märchen klar verteilt sind, kommen im Arbeitsalltag allerdings doch meist bunt vermischt daher. Und – mal ehrlich: Wer erkennt nicht die entsprechenden Pech- und Goldaspekte in der eigenen Persönlichkeit? Aus psychotherapeutischer Sicht wäre an dieser Stelle wohl der Appell zur Integration der eigenen Schattenaspekte angebracht – Und das heisst nun mal: Augen auf! Genau dorthin schauen, wo die Komfortzone dem Unvertrauten weicht, die Luft dünn und die Fragen unangenehm werden.

Der Blick auf’s Ganze

Ein nüchterner Blick über den Tellerrand bietet die Möglichkeit, die tatsächliche Bedeutung eines Projektes oder Zieles realistischer einordnen zu können und von dem einen oder anderen toten Pferd abzusteigen.
think pink (Bild: © Catalin Petolea - shutterstock.com)

think pink (Bild: © Catalin Petolea – shutterstock.com)


Manifeste Zielkonflikte zwischen Abteilungen, Projektteams und externen Dienstleistern lassen sich in Wirklichkeit mit „positivem Denken“ nicht beseitigen, in den wenigsten Fällen auch nur beschwichtigen. Dabei die Perspektive des Anderen kennen zu lernen und begründete Vorbehalte zu respektieren, auch wenn sie den eigenen Absichten zuwider laufen, ist sicher nicht immer angenehm. Doch erst wenn wir wissen, was sich dort drüben überhaupt abspielt, zeigt sich, ob es wirklich Sinn macht, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und die eigenen Vorstellungen um jeden Preis durchzusetzen.

Der Blick auf’s Konkrete

Unter pink lackierten Oberflächen brodelt allzu häufig Unausgesprochenes wie ein angeketteter Kampfhund und die in wohlgeformte Phrasen gepackte Kritik schmerzt umso heftiger, als die Botschaft mitunter erst Stunden nach dem Schlagabtausch mit Wattebausch ihre zerstörerische Wirkung entfaltet: Unsicherheit entsteht. Vertrauen geht verloren. In Teams, in denen Auffassungsunterschiede nicht offen angesprochen und Widerspruch als unangebrachte Störung missverstanden wird, sammelt sich hinter höflicher Maske die destruktive Energie für den sprichwörtlichen Streit um Kaisers Bart. In den Vordergrund rücken Befindlichkeiten und auf der Strecke bleiben die ganz konkreten, realen Chancen.

Der Blick auf’s Wesentliche

Im Märchen sind es scheinbar banale Kleinigkeiten, die getan werden sollen. Das Brot im Backofen schreit förmlich danach herausgeholt zu werden, dem Apfelbaum wird die Last seiner reifen Früchte zu schwer … und der alten Dame will geholfen werden. Natürlich tritt im Arbeitsalltag so manche Herausforderung nicht in dieser Offensichtlichkeit zu Tage. Wo Menschen zusammenarbeiten, können die Dinge komplizierter sein. Wer sich seine Welt aber wie Pippi Langstrumpf „malt, wie’s mir gefällt“ läuft Gefahr, den Blick für das Wesentliche zu verlieren und sich selbst zu blenden mit einer behübschten Version dessen, was „da draussen“ vor sich geht. Wo wir in Pechmarie’scher Manier darauf fixiert sind, den auftauchenden Herausforderungen unsere momentanen Befindlichkeiten entgegenzustellen, werden uns vor lauter Selbstbezogenheit die Brötchen im Ofen verkohlen.

Der Weg ist nicht das Ziel

Klar können wir die unliebsamen Erfahrungen unserer zauberhaften Pechmarie zurechtinterpretieren und davon ausgehen, dass sie zumindest erfahren habe, wie es nicht geht. Umwege erhöhen zwar die Ortskenntnis, wie es so schön heisst, doch lässt sich halt nicht aus jeder Erfahrung Vorteilhaftes ableiten – zumindest nicht für dieses bemitleidenswert des Lebens unkundige Persönchen. Der Weg ist eben nicht das Ziel und manche Art von Ortskenntnis lässt sich auch in der Transportbranche nicht wirklich sinnstiftend verwerten. Die Versuchung, sich die Dinge schön zu reden führt bestenfalls vorübergehend zu einer Linderung erkannter Widersprüche … mittelfristig in den meisten Fällen zu einem unangenehmen und kostspieligen Showdown.

Reflektiertes Handeln

Wer der Versuchung widersteht, sich die Welt zurecht zu malen und den Dingen einigermassen vorbehaltlos begegnet, schafft sich einen schlichten, aber wirksamen Vorteil: echten Kontakt zu den Menschen und Dingen des eigenen Umfelds.
Unterhaltsam, inspirierend, informativ: In seinem Blog schreibt Michael Defranceschi darüber, warum motivierte Mitarbeiter so gefährlich sind, wie man Change Management berechnen kann und woran man einen guten Coach erkennt.
Sie sind wahre Perlen.Tatkräftige, optimistische Menschen aller Hierarchieebenen, die der Versuchung der Selbstbezogenheit widerstehen. Die auch bei schwerem Seegang in die Wanten klettern, mit wachem Blick erfolgskritische Prozesse überwachen und manchmal auch mit unorthodoxen Methoden sicherstellen, dass Ziele erreicht und drohende Gefahren abgewendet werden. Eines haben sie gemeinsam: Ihren Sinn für das Konkrete.  

Oberstes Bild: © Photographee.eu – shutterstock.com

Über Michael A. Defranceschi

beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Themenbereich „Mensch und Leistung“, seit 2005 als selbständiger Trainer, Berater und Coach.
Als nach internationalem Standard zertifizierter Business Coach und Business Trainer ist er Mitglied der Expertsgroup Wirtschaftstraining & Coaching.

Der von ihm entwickelte softwarebasierte Beratungsansatz Quod.X® - Fact Based Company Coaching zeichnet sich aus durch hohe Effizienz bei minimalem Zeitaufwand und bewährt sich insbesondere in der Teamentwicklung im Dienstleistungsbereich.


Ihr Kommentar zu:

think pink – Die sanfte Versuchung

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.