Faule Kollegen? So reagieren Sie richtig

05.02.2015 |  Von  |  Organisation
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Faule Kollegen? So reagieren Sie richtig
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Ein Team kann nur dann optimale Ergebnisse liefern, wenn es auch als Team arbeitet – sprich, wenn jeder sein Bestes gibt. Deshalb ist es frustrierend, selber viel Zeit und Energie zu investieren, aber mit einem Kollegen arbeiten zu müssen, von dem dasselbe nicht gesagt werden kann.

Gerade Perfektionisten tendieren in solchen Situationen dazu, die Minderleistung des Kollegen mit eigener Zusatzarbeit zu kompensieren.

Langfristig tun sie sich hiermit aber keinen Gefallen. Denn auf diese Weise merken Vorgesetzte und Kunden nicht, dass sich im Team ein sogenannter Low-Performer befindet, weil die Ergebnisse der Gruppe gleichbleibend hochwertig sind und der Betreffende sich im Gegensatz zu auffällig unangenehmen oder unhöflichen Kollegen betont bedeckt hält. Wie Sie effektiver mit Kollegen umgehen können, die durch fehlende Arbeitsmotivation die Ergebnisse ganzer Projekte infrage stellen, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

1. Nehmen Sie es nicht persönlich

Wenn die Arbeitsunwilligkeit eines Kollegen auch Ihren Erfolg zu torpedieren droht, liegt eine emotionale Reaktion nahe. Versuchen Sie zunächst, Gefühle persönlicher Gekränktheit aus der Situation herauszuhalten. Was auch immer die Gründe für das Verhalten Ihres Gegenübers sind, es wird höchstwahrscheinlich nichts mit Ihnen zu tun haben. Führen Sie sich das vor Augen, damit Sie nüchtern und sachlich in die Problemlösung hineingehen können.

2. Beobachten Sie erst einmal sich selbst

Dies ist die schwerste Aufgabe im vor Ihnen liegenden Prozess. In vielen Fällen sind Ihre Beobachtungen hinsichtlich der Arbeitsethik Ihres Kollegen sicherlich gerechtfertigt, vor allem dann, wenn Sie beide auf engem Raum zusammenarbeiten und Sie ihn oder sie täglich beobachten. Sollte dem aber nicht so sein und Ihre Einschätzung beruht nur auf sporadischen Eindrücken, Flurfunk und Gerüchten, dann überdenken Sie Ihre Meinung nochmals.

Dies gilt vor allem dann, wenn Ihr Kollege die gewünschten Ergebnisse termingerecht liefert, Ihnen aber seine Art und Weise, ans Ziel zu gelangen, nicht zusagt. Vielleicht geht er im Gegensatz zu Ihnen jeden Tag um Punkt fünf nach Hause, während Sie bis in den Abend Überstunden sammeln? Dann ist das eher ein Zeichen dafür, dass Sie an Ihrer Organisation und Planungskompetenz arbeiten müssen (so hart das klingt), als dass Ihrem Kollegen etwas vorzuwerfen wäre. Im Gegenteil: Vielleicht machen Sie sich seine offensichtlich erfolgreiche Work-Life-Balance einfach zum Vorbild!


Erfolgreiche Work-Life-Balance zum Vorbild machen. (Bild: © Daniel M Ernst - shutterstock.com)

Erfolgreiche Work-Life-Balance zum Vorbild machen. (Bild: © Daniel M Ernst – shutterstock.com)


3. Vergleichen Sie nur, wenn es sinnvoll ist

Generell ist es in der Einschätzung anderer zielführender, auf ihre Arbeitsresultate zu fokussieren als auf den Weg, den sie dorthin gegangen sind – vor allem dann, wenn die Berichte über ihr Verhalten aus dritter Hand kommen. Berücksichtigen Sie auch, dass viele Tätigkeiten rein kognitiver Natur sind. Häufig haben etwa in Werbeagenturen die Kundenberater den Eindruck, die Kreativen würden sich hauptsächlich mit Kaffeetrinken und Tagträumen beschäftigen. Tatsächlich aber sind sie gerade Zeugen eines mentalen, kreativen Prozesses, der seiner Natur nach völlig anders abläuft als ihre eigene Tätigkeit. Direkte Vergleiche führen selten zu einem konstruktiven Miteinander, umso weniger, wenn Tätigkeiten zwar demselben Projekt zuarbeiten, der Art nach aber grundverschieden sind.

4. Schützen Sie nicht – aber preschen Sie auch nicht vor

Keinesfalls sollten Sie auf Dauer mit eigener Zusatzarbeit die Versäumnisse anderer auszugleichen versuchen. Dies kann zwar in Ausnahmefällen notwendig sein, um eine Deadline einzuhalten. Aber selbst dann sollten Sie Kunden und Vorgesetzten deutlich machen, welche Projektanteile die Ihren sind. Diese Art der Protokollierung ist etwas anderes, als anklagend mit dem Finger auf Ihren Kollegen zu zeigen. Sie sagt nur etwas über Ihre eigenen Qualitäten aus, nichts über die mangelhafte Produktivität anderer – und genau so sollte es auch kommuniziert werden.

Überlassen Sie es Ihrem Vorgesetzten, sich einen Reim auf Ihre Aussagen zu machen. Natürlich sollten Sie ehrlich sein, wenn eine direkte Nachfrage kommt. Beschützen Sie niemanden, der Ihren Schutz nicht verdient – Sie sind dazu moralisch in keiner Weise verpflichtet. Sie werden sich aber selten einen Gefallen tun, wenn Sie mit einer direkten Beschwerde zum Management gehen.

5. Wägen Sie Ihre Position ab

Wenn Sie tatsächlich an einem Arbeitsplatz tätig sind, an dem Low-Performer konstant und problemlos das Radar unterlaufen können, stimmt etwas mit dem Management nicht. Vielleicht ist Ihr Ärger über die Faulheit Ihres Kollegen auch eine sublimierte Unzufriedenheit mit einer betrieblichen Führung, die auf einzelne Mitarbeiter keinen Wert legt, sondern rein ergebnisorientiert arbeitet; oder aber, fast noch gravierender, etwa männlichen Mitarbeitern durchgehen lässt, was weibliche sich niemals erlauben dürften.



Gehen Sie in sich und überlegen Sie, ob Sie vielleicht Ihre generelle Kritik auf Ihre Kollegen projizieren und ob es im Lichte dieser Frage nicht vielleicht Zeit wäre, nach einer radikaleren Lösung Ausschau zu halten. Denn oft zeigt alleine die Tatsache, dass Sie die Zeit und Energie haben, sich über Ihre Kollegen aufzuregen, schon, dass Sie nicht mit ganzem Herzen bei Ihrer Arbeit sind und es vielleicht Zeit für einen Arbeitgeberwechsel wäre.

 

Oberstes Bild: © Werner Heiber – shutterstock.com


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