Was macht einen guten Chef aus?

10.12.2014 |  Von  |  Organisation
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Am Anfang einer Chefkarriere will fast jeder ein guter oder besser noch ein sehr guter Chef werden. Fragt man genau danach, wodurch sich ein guter Chef auszeichnet, werden die Verlautbarungen schon etwas zurückhaltender, aber auch zunehmend diffuser.

Deutlich wird, dass die Sichtweisen auf das, was einen guten Chef ausmacht, doch sehr unterschiedlich sind und immer von der individuellen Sichtweise abhängen.

Für wen oder was soll oder will ich ein guter Chef sein?

Bei der Beantwortung dieser Frage wird bereits eine wichtige Grundentscheidung getroffen. Hier geht es darum, was persönlich als „gut“ erachtet wird und was das Umfeld als „gut“ erwartet.

Stellen wir einige provokante Fragen:

  • Bin ich dann ein guter Chef, wenn die Arbeitsergebnisse stimmen, egal wie?
  • Ist es die Anerkennung meiner weiteren Vorgesetzten, die mich zum guten Chef machen? oder
  • Sollte mir ein Schulterklopfen oder der uneingeschränkte Respekt meiner Untergebenen zeigen, dass ich ein guter Chef bin?

Ich meine, keine dieser Antworten für sich allein kann die richtige sein. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen und hat auch viel mit dem Unternehmen selbst zu tun. Grundsätzlich ergibt es wohl wenig Sinn, in jedermanns Augen der gute Chef sein zu wollen. Das gelingt nur in den wenigsten Fällen und bleibt den wahren charismatischen Führungskräften vorbehalten. Und selbst diese sind nicht in jedem Fall unumstritten und machen sich gerade in der Generation Y rar. Karriere um jeden Preis scheint nicht mehr en vogue zu sein.

Wer vor allem mit den guten Arbeitsergebnissen seines Teams als Chef glänzen möchte, muss dafür das Team auch hinter sich haben. Nur eine gedeihliche Zusammenarbeit, verstanden als wechselseitiges Geben und Nehmen, kann der Garant für langfristig gute Ergebnisse sein. Wichtig dabei ist, dass der Chef nicht allein mit den Arbeitsleistungen glänzt, sondern dabei immer wieder auch sein Team in den Vordergrund der Anerkennung stellt.

So geht es bestimmt schief

Sind Sie als frisch gekürter Chef allerdings eher auf das Wohlwollen Ihrer Vorgesetzten aus, werden Sie langfristig gesehen bestimmt kein wirklich guter Chef sein können. Als Leitungskraft haben Sie nämlich nicht nur eine Verantwortung sich selbst und den Vorgesetzten gegenüber, sondern vor allem gegenüber dem Unternehmen als Ganzes und gegenüber Ihren Mitarbeitern im Speziellen.

Wirklich gut ist es auch selten, wenn Sie als Chef zum Kumpel Ihrer Mitarbeiter mutieren. Auch dann wird es besonders in kritischen Situationen kaum möglich sein, mit Konsequenz und Fachlichkeit auf die Herausforderungen zu reagieren.



Eine gute Portion Abgrenzung macht einen guten Chef genauso aus wie die Nähe zu den Problemen und Wünschen der Mitarbeiter, ohne sich zu weit auf deren Stufe zu begeben. Wie das gelingen kann, können Sie allerdings nur in der täglichen Arbeit erproben. Oder Sie holen sich Rat bei erfahrenen Coaches, die Sie in der ersten Zeit Ihres Chefseins professionell begleiten können.

 

Oberstes Bild: © Pressmaster – shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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