Mitsubishi geht in die Lüfte – mit dem Regionaljet MRJ

04.12.2014 |  Von  |  Allgemein
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Mitsubishi geht in die Lüfte – mit dem Regionaljet MRJ
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Im Oktober 2014 zeigte die japanische Firma Mitsubishi Aircraft ihr neuestes Produkt auf dem Flughafen in Nagoya – den Prototypen des Regionaljets MRJ. Mit einigen Verzögerungen zog sich die Entwicklung des Flugzeugs mit Platz für 70 bis 90 Personen bis zuletzt hin und wurde jetzt abgeschlossen.

Für das Jahr 2015 sind erste Testflüge geplant, und 2017 sollen die ersten Maschinen an weltweite Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Angaben von Mitsubishi zufolge liegen schon 400 Bestellungen aus Japan und dem Ausland für den MRJ vor.

Mit dieser Entwicklung meldet sich Japan nach fast 50 Jahren im Bau von Verkehrsflugzeugen zurück. Schon im Sommer 2014 hat der Konkurrent Honda sein eigenes Business-Flugzeug der Öffentlichkeit vorgestellt. Zuletzt fiel Japan durch das Propellerflugzeug YS-11 auf, an deren Produktion Mitsubishi in den 1960er Jahren mitwirkte. Das Modell wurde allerdings nach nur 182 fertigen Exemplaren wieder eingestellt.

Der MRJ ist ein japanisches Prestigeobjekt

Die japanische Regierung erfüllt sich mit dem MRJ – das für Mitsubishi Regional Jet steht – einen langgehegten Traum. Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio will das Land der Welt zeigen, dass Japan neben den bekannten Automobilen, Videospielen, Unterhaltungselektronik und modernen technischen Produkten für alle Lebenslagen auch im Flugzeugbau wieder erfolgreich beteiligt ist. In dieser Hinsicht kann der neue Jet auch als Prestigeobjekt betrachtet werden.

Auch in der Zulieferer-Wirtschafte meldet Japan wieder Erfolge im Flugzeugbau. Im „Land der aufgehenden Sonne“ wurden z.B. zuletzt die Flügel für die Boeing 787 Dreamliner produziert. Allerdings zeigten sich bei der Herstellung des MRJ einige Probleme. Ursprünglich wurde der Flugzeugrumpf auf Basis von Kohlefasermaterial konzipiert, wird aber nun aus herkömmlichem Aluminium gebaut. Der frisch gefertigte Prototyp konnte erst mit fast vier Jahren Verspätung präsentiert werden.

Mitsubishi möchte sich als ernsthafte Konkurrenz auf dem Markt etablieren

Die Triebwerke für den Jet kommen von der US-Firma Pratt & Whitney, und auch weitere tragende Komponenten werden von Zulieferern aus westlichen Industriestaaten importiert. Im Gegenzug bedeutet das für Mitsubishi aber auch, dass das Flugzeug neue Abnehmer auf dem US-Markt findet. Weiterhin möchte Mitsubishi sich zu einem ernsten Mitbewerber zu Firmen wie Marktführer Embraer (Brasilien), Bombardier (Kanada) und weiteren Firmen in Russland und China etablieren. Auch die US-Fluglinie SkyWest steht schon auf der Bestellliste des MRJ.



Der internationale Wettbewerb im Flugzeugbau ist sehr umkämpft, aber trotz allem hofft Mitsubishi Aircraft, das Teil des Multikonzerns Mitsubishi Heavy Industries ist, in den kommenden 20 Jahren mindestens 5.000 Exemplare des MRJ auf den Markt zu bringen.

 

Oberstes Bild: © ILA-boyCC BY-SA 3.0

Über Ulrich Beck

hat Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und ist zusätzlich ausgebildeter Mediendesigner im Segment Druck. Er schreibt seit über 30 Jahren belletristische Texte und seit rund zwei Jahrzehnten für Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen.


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