Wie Sie auch verhasste Jobs wieder lieben lernen – Teil 2: Gestaltungsräume selbst schaffen

01.12.2014 |  Von  |  Allgemein, Arbeitsmarkt
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Wie Sie auch verhasste Jobs wieder lieben lernen – Teil 2: Gestaltungsräume selbst schaffen
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Im zweiten Teil unserer Mini-Serie zur Job-Energetisierung geht es um den Raum, den Sie sich durch Ihre neu gewonnene proaktive Perspektive aufgemacht haben. Am wichtigsten ist die Selbstmotivation – die natürlich ohne „Treibstoff“ schwer aufrechtzuerhalten ist. Wenn Sie diesen in Ihrem regulären Arbeitsumfeld nicht mehr finden, heisst die Alternative allerdings nicht zwangsläufig Resignation.

Stattdessen sollten Sie Ihre Kreativität aktivieren: Schaffen Sie sich regelmässige, planbare Inseln im Arbeitsalltag, auf denen Sie einer kreativen Beschäftigung nachgehen, die Ihr persönliches und professionelles Wachstum befördert. Die folgenden fünf Wochenpläne helfen Ihnen dabei, diese Reise zu neuen Zielen zu planen und ganz praktisch umzusetzen.




Zweiteilige Mini-Serie: Wie Sie auch verhasste Jobs wieder lieben lernen

Teil 1: Wege aus der Passivität
Teil 2: Gestaltungsräume selbst schaffen


5. Woche: Steigen Sie auf Lernen um



Oft entsteht die Frustration mit dem Job aus einem Gefühl des Stillstands und Auf-der-Stelle-Tretens. Analysieren Sie diesen Zustand, stellen Sie fest, dass er sich durch einen hohen Anteil der Leistung und einen sehr geringen Anteil der Aufnahme neuen Wissens oder neuer Erfahrung auszeichnet. Dieses Lernvakuum kann extrem demotivierend wirken – und ist völlig überflüssig.

Fragen Sie sich einfach, wann Sie in den letzten Jahren die Eingebung hatten, grundlegend mehr zu einem Thema, einer Problematik oder einem Projekt erfahren zu wollen. Eruieren Sie die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die an diese intellektuelle Neugierde anknüpfen könnten. Oder lassen Sie sich umgekehrt von vorhandenen Fortbildungsmöglichkeiten innerhalb Ihres Jobs inspirieren.

Finden solche Angebote nicht statt, dann sind Arbeitgeber doch oft aufgeschlossen gegenüber den Anregungen von Mitarbeitern, sich unternehmensrelevantes Wissen anzueignen, und unterstützen dies mit Zeitkontingenten oder Zuschüssen. Überzeugen können Sie auch mit dem Argument, die neu erworbene Kompetenz unternehmensintern weiterzugeben – etwa wenn es sich um ein Rhetorikseminar handelt. Welches Management profitiert nicht von guten Rednern und Präsentatoren?

6. Woche: Schaffen Sie Team-Inspiration

Wenn Lustlosigkeit und Pessimismus strukturbedingt am ganzen Team nagen, können Sie auch als ganzes Team etwas dagegen unternehmen. Regen Sie leicht durchzuführende, gemeinsame Events an, die keiner langen Vorbereitungszeit bedürfen, Energie verleihen, statt diese zu binden, und sich organisch in den Arbeitsablauf integrieren lassen. Ohne dass Sie Problemlösungsprozesse aktiv in Gang setzen müssten, dienen diese Get-togethers auch der gemeinsamen Suche nach neuen Wegen – „Verantwortung teilen“ heisst das Stichwort.

Sie können sich eine Visualisierungspraxis aneignen, die am Schreibtisch realisieren lässt. (Bild: Marcos Mesa Sam Wordley / Shutterstock.com)

Sie können sich eine Visualisierungspraxis aneignen, die am Schreibtisch realisieren lässt. (Bild: Marcos Mesa Sam Wordley / Shutterstock.com)




7. Woche: Gönnen Sie sich mentale Auszeiten

Damit ist nicht das schnelle Telefonat mit Bekannten oder die (E-)Zigarettenpause gemeint. Diese dienen meistens nur dazu, Frustration zwar zunächst abzulassen, haben aber keine langfristige Wirkung auf Ihren mentalen Zustand. Stattdessen können Sie sich eine Visualisierungspraxis aneignen, die sich auch während des Arbeitstages und am Schreibtisch problemlos realisieren lässt und Ihre Vorstellungskraft in neue Denkrichtungen weist.

Erschaffen Sie sich vor Ihrem inneren Auge eine Landschaft, die der Ihres Traumferienortes entspricht; ein tatsächliches Foto an der Wand oder am Schreibtisch hilft dabei. Begeben Sie sich auf eine mentale Reise an diesen Ort, wenn die Profanität des Büroalltags Sie zu überwältigen beginnt. Lassen Sie ein Gefühl von Entspannung zu. Öffnen Sie sich für die Ideen und Geistesblitze, die diese inneren Ausflüge in Ihnen wachrufen, und notieren Sie sie anschliessend. Sie müssen sie nicht sofort umsetzen – wichtig ist, dass Sie sich wieder für eine Öffnung Ihrer Perspektive und die Möglichkeit paralleler Lebenswelten aufmachen.

8. Woche: Kümmern Sie sich um Ihre Ernährung

Halten Sie stets einen gesunden, aber verführerischen Snack in Ihrem Schreibtisch bereit, der Sie schon allein durch das kurze sinnliche Vergnügen aus dem schlimmsten Tief zu reissen in der Lage ist. Dunkle Schokolade, selbst gemachte oder gekaufte Müsliriegel, geröstete Nüsse: Geeignet ist, was auch immer Sie gerne snacken und was Ihr Gehirn schnell mit ausreichend gesunder Glukose versorgt. Denn Unterzuckerungs-Peaks sind nicht nur ungesund, sie führen auch zu einem zunehmenden Gefühl von Erschöpfung und Ausgeliefertsein.

Stellen Sie Ihre Auswahl in der Kantine auf mehr frische Rohkost und vegetarische Alternativen um. Gehen Sie im Sommer in den nächsten Park zum Picknick. Nehmen Sie sich abends die Zeit, etwas wirklich Gutes zu kochen, das Sie mitnehmen und das Sie mit ganzheitlicher Energie versorgt. Ernährung und kulinarischer Genuss werden im Hinblick auf ihren Einfluss auf Wohlbefinden und Motivation oft unterschätzt.



9. Woche: Denken Sie über Alternativen nach

Häufig sind die externen Parameter Ihrer Arbeit flexibler, als Sie denken. Könnten Sie leicht auch mit einem Viertel weniger Gehalt auskommen, wenn Sie dadurch mehr Lebensfreude und Sinnhaftigkeit gewönnen? Dann schauen Sie sich in Ihrem oder einem vergleichbaren Unternehmen um, wie dort Teilzeitstellen und zeitlich beschränkte Arbeitszeitreduzierung gehandhabt werden. Auch wenn es solche Modelle noch nicht gibt, können Sie darüber mit Ihren Vorgesetzten sprechen.

Gleiches gilt für Sabbaticals, also eine längere Auszeit vom Job mit Wiedereinstiegsgarantie. Ein Grossteil begeisterter Sabbatical-Nehmer berichtet, dass der entscheidende Schritt hin zu dieser Pause immer leichter war, als sie dies zuvor angenommen hatten. Auch ein temporäres Homeoffice könnte die negative Spannung aus Ihrer Arbeitssituation nehmen: Warum nicht für zwei Tage die Woche von daheim arbeiten? Werden Sie kreativ im Hinblick auf die Gestaltung der eigenen Arbeitszeit.

10. Woche: Ziehen Sie Konsequenzen

Wenn Sie am Ende dieser zehn Wochen feststellen, dass keine der vorgeschlagenen Strategien Frustration abbaut, dann ist es Zeit, tatsächlich ernsthaft über einen Jobwechsel nachzudenken. Das Gute daran: Sie haben alles in Ihrer Macht Stehende getan, um situativ und unternehmensimmanent Veränderungen herbeizuführen. Sie haben sich der Situation gestellt und sind ihr mit Gestaltungswillen und Resilienz begegnet. Nutzen Sie nun den daraus erwachsenen Mut, um Ihren professionellen Lebensentwurf noch einmal zu überdenken.




 

Oberstes Bild: © Rawpixel – Shutterstock.com


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