Erfolgreiche Jobsuche, Teil 1 – 6 Wege, bei der Jobsuche auf jeden Fall zu scheitern

25.10.2014 |  Von  |  Selbstmanagement
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Erfolgreiche Jobsuche, Teil 1 – 6 Wege, bei der Jobsuche auf jeden Fall zu scheitern
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Wer auf der Suche nach einem neuen Job ist und das vielleicht bereits seit Wochen, beginnt häufig an der eigenen Kompetenz zu zweifeln. Schliesslich haben Sie doch alles Menschenmögliche (und mehr) getan. Sie haben mehr Bewerbungen abgeschickt, als Sie zählen können, und die Suche zu Ihrem 70-Stunden-Job gemacht. Anscheinend will Sie einfach keiner haben.

Wahrscheinlicher ist, dass Sie mit der falschen Suchmaske unterwegs sind und Ihre Kommunikationsstrategie verändern sollten. Oft sind es scheinbar unerhebliche oder intuitiv wenig nachvollziehbare Gründe, aus denen Personaler sich gegen Sie und für andere Bewerber entscheiden.




Dies ist ein zweiteiliger Bericht über Erfolgreiche Jobsuche:

Teil 1 – 6 Wege, bei der Jobsuche auf jeden Fall zu scheitern
Teil 2 – mit den richtigen Strategien zur neuen Stelle


Im ersten Teil dieser Miniserie haben wir sechs der wichtigsten, aber nicht unmittelbar naheliegenden Gründe zusammengestellt, aus denen Ihre Jobsuche scheitern könnte. Im nächsten Teil erfahren Sie dann mehr über die wirkungsvollsten Strategien, mit denen Sie in vielen Fällen richtig fahren.



1. Sie bewerben sich, ohne jemanden bei Ihrem Wunscharbeitgeber zu kennen.

Stimmt, denken Sie sich jetzt, aber ich habe nun mal keinen besten Freund, der Unternehmensberater ist und extra für mich Meet-&-Greet-Partys schmeisst. Zum Glück ist das inzwischen auch gar nicht mehr notwendig. Denken Sie stattdessen über Ecken. Genauer gesagt, über die Ecken der Netzwerkplattformen wie LinkedIn oder Xing.
Investieren Sie etwas Zeit in die Perfektionierung Ihres Profils und sehen Sie sich dann bei Ihren Kontakten mal ganz genau um. Wir sprechen nicht von Ihrer unmittelbaren Community, sondern vom nächsten Level und dem darauffolgenden, also dem Netzwerk Ihrer Netzwerkmitglieder.

Viele Business-Social-Media-Nutzer wissen nicht, dass diese indirekte Zugriffsmöglichkeit existiert. Werden Sie kreativ: Was haben Sie jemandem zu bieten, der bereits im Unternehmen Ihrer Wahl arbeitet? Scheuen Sie sich nicht vor einer direkten Kontaktaufnahme mit einer Anfrage, ob Sie vielleicht im Rahmen einer Bewerbung zwei oder drei Fragen zum Unternehmen stellen könnten. Häufig ergibt sich daraus ein Kontakt, der wiederum zu einem Multiplikator führen kann, über den es einen direkteren Weg gibt als eine anonyme Online-Bewerbung.

Natürlich führt diese Herangehensweise eher selten derart geradlinig zum Ziel. Aber sie ist zumindest die zwei Stunden Zeit wert, die eine entsprechende Netzwerk-Analyse in Anspruch nimmt.

2. Sie bewerben sich auf Online-Ausschreibungen, obwohl Ihre Kompetenzen und Erfahrungen nicht zu 100 % auf das ausgeschriebene Jobprofil passen.

Dieser Aktivismus ist verständlich: Oft ist es besser, irgendetwas zu tun, als nur abwartend dazusitzen – selbst wenn die Chancen einer Einladung aufgrund von Inkompatibilität absehbar gering sind. Oder aber: Sie sind auf der Suche nach Neuorientierung und sich selbst zu 100 % sicher, für Ihren Traumjob auch ohne direkte Vorerfahrung befähigt zu sein.

Das Problem dabei: Häufig wird die Erstauswahl aus allen Bewerbungen tatsächlich von einer Software durchgeführt, die nach essenziellen Schlüsselwörtern fahndet – oder von einem Praktikanten der Personalabteilung, der angehalten ist, genau dasselbe zu tun (und sich hüten wird, Abweichungen dennoch durchzuwinken). Entweder müssen Sie also Ihre Bewerbung auf den Duktus und die Schlüsselqualifikationen des Profils anpassen. Oder Sie müssen einen Weg finden, sich direkt zu dem tatsächlich verantwortlichen Personaler durchzuschlagen und diesem zu erklären, warum Sie trotz fehlender Erfahrung genau richtig für den Job sind. Über die automatisierte Online-Maske wird dies nicht möglich sein.

Präsentieren Sie sich, wie Sie Ihr Produkt vorstellen würden. (Bild: Adam Gregor / Shutterstock.com)

Präsentieren Sie sich, wie Sie Ihr Produkt vorstellen würden. (Bild: Adam Gregor / Shutterstock.com)

Wenn Ihnen also an einem Job besonders viel liegt, der Qualifikationen verlangt, die Sie nicht haben, dann besorgen Sie sich (wie, ist Ihrer Kreativität überlassen) die Mailadresse des entscheidenden Mitarbeiters oder schicken Sie Ihre Bewerbung per Post mit einem erläuternden und durchaus ehrlichen Begleitschreiben. Seien Sie nicht zu bescheiden – stellen Sie sich einfach vor, Sie würden sich präsentieren, wie Sie ein Produkt vorstellen würden, von dem Sie wirklich überzeugt sind.

3. Sie erwarten, dass Personaler genauso überzeugt von Ihrer Fähigkeit, schnell zu lernen, sind wie Sie selbst

Dies schränkt das Vorangehende nur scheinbar ein – und es bedeutet auch nicht, dass Sie sich gar nicht auf Jobs bewerben sollten, für deren erstklassige Bewältigung Sie noch mehr Wissen akkumulieren müssten. Das Geheimnis ist vielmehr, sich in Interviews den Satz „Ich lerne schnell“ zu verkneifen. Damit tun Sie nichts anderes als zu behaupten, Sie seien gerade aus dem Ei geschlüpft und das Beste an Ihnen sei die Tabula rasa in Ihrem Hirn, die Sie nun im neuen Job zu füllen gedenken.

Tatsache ist: Mit Ihnen zusammen bewerben sich höchstwahrscheinlich eine ganze Reihe von Spezialisten, die eben die Erfahrung mitbringen, die Ihnen fehlt. Also müssen Sie diese Erfahrung generieren – aus einer Summe anderer Dinge, die Sie bereits getan, erlebt und gelernt haben. Überlegen Sie sich vor dem Interview, wie Sie die Geschichte Ihres professionellen Werdegangs (einschliesslich der in der Ausbildung und Freizeit erworbenen Kompetenzen) so erzählen können, dass Story und Job aufeinander zu liegen kommen. Wenn Sie den Job wirklich wollen, wird Ihre Kreativität Ihnen zur Seite stehen.

4. Sie drängen jedem auch nur halbwegs einflussreich aussehenden Fremden Ihre Bewerbungsunterlagen auf.

Okay, das ist sicher übertrieben. Tatsache ist aber, dass dieses Verhalten aus mehreren Gründen eher zu einer sofortigen Absage als zu einem wohlwollenden Durchblättern Ihrer Bewerbung führt. Zum einen erscheint es verzweifelt (was es natürlich verständlicherweise auch ist). Dieser Eindruck wird einen Personaler nicht für Sie einnehmen, der auf der Suche nach einer sich ihrer Stärken bewussten Persönlichkeit ist. Zum anderen spricht es deutlich gegen Ihre soziale Kompetenz, wenn Sie Ihrem Gegenüber eine Aufgabe zukommen lassen (denn das ist es implizit), bevor Sie überhaupt eine gleichgewichtete, für beide Seiten interessante Unterhaltung geführt haben.



Natürlich ist dafür nicht immer Zeit; und Sie haben Angst, eine einmalige Chance zu verpassen. Dann recherchieren Sie aber zumindest vorab gemeinsame Anknüpfungspunkte wie Netzwerk-Gruppenmitgliedschaften oder den Besuch derselben Veranstaltung – irgendetwas, das Ihrem Gegenüber kommuniziert, dass Sie wissen, wer er oder sie ist und dass Sie mit Ihrer Bewerbung nicht einfach blind um sich werfen.



5. Gehen Sie dem Personaler nicht auf die Nerven …

… indem Sie ihn oder sie alle 20 Minuten anrufen. Wenn Sie Ihre Bewerbung abgeschickt haben, können Sie nach etwa zwei Tagen fragen, ob sie angekommen ist (am besten per Mail). Ansonsten gibt es die Möglichkeit, sich nach etwa zwei Wochen in Erinnerung zu rufen – allerdings ohne explizit eine Antwort zu erwarten. Stattdessen können Sie anbieten, weitere Informationen zur Verfügung zu stellen.

6. Sie haben im Netz kontraproduktive Spuren hinterlassen

Unabhängig davon, was Sie in Ihrer eigenen Bewerbung schreiben: Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass der Personaler versuchen wird, im Internet weitere Informationen zu Ihrer Person zu finden. Versuchen Sie vorab, möglicherweise missverständliche oder einen negativen Eindruck hinterlassende Einträge entweder zu löschen oder abzumildern.




Oberstes Bild: © tommaso lizzul – Shutterstock.com


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