Computerkonzern IBM stösst seine verlustreiche Chipsparte ab

22.10.2014 |  Von  |  News
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Computerkonzern IBM stösst seine verlustreiche Chipsparte ab
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International Business Machines, wohl besser bekannt als IBM, hat nach Insider-Berichten seine Halbleitersparte abgestossen, muss aber wohl noch über eine Milliarde Dollar draufzahlen. Abnehmer ist der weltweit zweitgrösste Auftragsfertiger Globalfoundries, nach dem auch Intel und die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) aus Taiwan im Gespräch waren, aber nicht zum Zuge kamen.

Dass IBM schon seit Monaten versucht, die Produktion seiner Computerchips zu verkaufen, ist bekannt. Der Technologiekonzern fährt in diesem Segment seit Jahren Verluste ein. Andererseits will das Unternehmen weiterhin Prozessoren entwickeln. Noch im Sommer 2014 war die Rede von drei Milliarden Dollar an Investitionen innerhalb der nächsten fünf Jahre. Es ging vor allem darum, veraltete Anlagen zu modernisieren und insgesamt profitabler zu werden.

Globalfoundries gehört einem staatlichen Investmentfonds aus Abu Dhabi, hat seinen Hauptsitz aber in Santa Clara im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Der Konzern entstand im Jahr 2009, als die Fertigung von AMD ausgekoppelt wurde, und gilt nach TSMC als zweitgrösstes Unternehmen der Branche. Es verfügt über eine bedeutende Produktionsanlage in Albany, über ehemalige Fabriken von Advanced Micro Devices (AMD) in Deutschland und Werke in Asien.

Es ist schon erstaunlich, dass IBM dafür bezahlen muss, um seine Chipsparte loszuwerden. Analysten glauben, dass die Unterhaltung und Modernisierung der eigenen Produktion oder ein Ausweichen auf andere Hersteller wahrscheinlich aber weitaus teurer geworden wäre. Zu dem Deal mit Globalfoundries wurden noch weitere Details bekannt. IBM legt zuerst 1,5 Milliarden Dollar, verteilt auf drei Jahre, auf den Tisch, bekommt aber im Gegenzug 200 Millionen an nicht näher beschriebenen Werten zurück. Zudem werde Globalfoundries zehn Jahre lang Chips an IBM liefern und dafür Einblick in dessen Technologien bekommen. Ausserdem sollen 5’000 Mitarbeiter von IBM zu Globalfoundries wechseln.

Lange Zeit war der Computerriese Vorreiter auch auf dem Gebiet der Prozessortechnik, allerdings kann er mit den heutigen Massenproduzenten nicht mehr mithalten. Zuletzt verlor IBM zwei grosse Aufträge für Microsofts und Sonys neueste Generation von Spielekonsolen an die Konkurrenz.

 

Oberstes Bild: © 360b – Shutterstock.com

Über Ulrich Beck

hat Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und ist zusätzlich ausgebildeter Mediendesigner im Segment Druck. Er schreibt seit über 30 Jahren belletristische Texte und seit rund zwei Jahrzehnten für Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen.


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