Swiss kündigt eine neue Strategie an – nicht ohne Risiko

08.10.2014 |  Von  |  News
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Swiss kündigt eine neue Strategie an – nicht ohne Risiko
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Die Schweizer Airline Swiss hat Anfang Oktober 2014 eine neue Strategie angekündigt, um den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Dazu gehören 22 neue Destinationen in Europa, die mit dem Start des Sommerflugplans 2015 von Zürich aus angeflogen werden sollen, sowie milliardenschwere Investitionen in den Ausbau und die Erneuerung der Flotte. Was auf den ersten Blick als positiv erscheint, ist nicht ganz ohne Risiko, denn das Europa-Geschäft fährt zur Zeit Verluste ein.

Mit dem neuen Punkt-zu-Punkt-Traffic verstärkt Swiss den Marsch in Richtung touristischer Flugverkehr und bläst gleichzeitig zum Kampf gegen die Billig-Airline Etihad Regional. Auf drei neuen Strecken steht Swiss in direkter Konkurrenz zu dem arabischen Rivalen: Zürich-Dresden, Zürich-Leipzig sowie Genf-Lugano.

Thomas Jäger, Chef des Brancheninformationsdienstes CH-Aviation, sieht diesen Teil der neuen Strategie als durchaus innovativ an. Der Ansatz verspreche Erfolg, so Jäger, immerhin habe Etihad Regional bereits mehrere Strecken nach kurzer Zeit wieder aufgegeben, darunter Zürich-Turin und Genf-Belgrad. Andererseits sieht er die Gefahr, dass Swiss zu viel Geld in diesen Geschäftszweig investieren muss – die bisherigen Verluste lassen grüssen.

Das Programm „Next Generation Airline of Switzerland“ sieht aber auch Erweiterungen und Verbesserungen bei der Flugzeugflotte vor. Die Kabinenausstattung der Maschinen und die Verpflegung an Bord sollen den gewachsenen Ansprüchen der Passagiere Genüge tun und für mehr Komfort sorgen. Neue Sitze in den Modellen Airbus A320 und A321 werden mehr Beinfreiheit bei gleichzeitiger Erhöhung der Kapazitäten bringen, die Mahlzeiten werden je nach Fluglänge um neue Gerichte ergänzt.

Swiss will darüber hinaus etwa fünf Milliarden Franken in neue Flugzeuge investieren. Für die Kurz- und Mittelstrecken schafft die Airline 30 Maschinen des Typs Bombardier CSeries an, später folgen zehn Exemplare des Airbus A320neo sowie fünf A321neo. Ab 2016 kommt auch Boeing mit sechs Modellen der 777 zum Zuge.

Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Swiss stösst die neue Strategie allerdings auf zum Teil heftige Ablehnung. Eine Video-Präsentation der Geschäftsleitung endete vorzeitig in einem grossen Debakel. Die Angestellten stellten ihren Unmut derart laut zur Schau und verliessen zum Teil die Veranstaltung, so dass die Vorführung abgebrochen werden musste.

 

Oberstes Bild: © Natali Glado – Shutterstock.com

Über Ulrich Beck

hat Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert und ist zusätzlich ausgebildeter Mediendesigner im Segment Druck. Er schreibt seit über 30 Jahren belletristische Texte und seit rund zwei Jahrzehnten für Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen.


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