WEF-Ranking: Erneut Bestnote für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz

12.09.2014 |  Von  |  News
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WEF-Ranking: Erneut Bestnote für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz
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In den Rankings zur Wettbewerbsfähigkeit der verschiedenen Staaten erhält die Schweiz traditionell sehr gute Noten. Die aktuellste Bewertung stammt vom World Economic Forum (WEF): Die Schweiz führt dieses Ranking nun seit sechs Jahren in Folge an. Die Organisation warnt jedoch davor, dass sich dies durch den Fachkräftemangel künftig ändern könnte.

Wie bereits in den vergangenen Jahren profitierte die Schweiz in der WEF-Bewertung von ihrer Innovationsfähigkeit, der Transparenz ihrer Institutionen sowie der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor. Der Wettbewerbsbericht des WEF bescheinigt den Eidgenossen ausserdem eine gut ausgebaute Wirtschaft, ein exzellentes Bildungssystem und einen effizienten Arbeitsmarkt als weitere ökonomische Erfolgsfaktoren.



Fachkräftemangel – wichtigstes wirtschaftliches Risiko der Eidgenossen

Das Votum zur Masseneinwanderung am 9. Februar 2014 hat der Reputation und objektiven Leistungskraft der Schweizer Wirtschaft offensichtlich bisher nicht geschadet. In einem Statement gegenüber der Nachrichtenagentur sda betonte WEF-Direktor Thierry Geiger, dass sich an der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz durch die Annahme der Initiative bisher nichts geändert habe. Über ihre langfristigen Auswirkungen könne allerdings noch keine Aussage getroffen werden. Geiger warnt jedoch davor, dass eine „Häufung solcher populistischen Initiativen“ künftig den Zuzug dringend benötigter Talente in die Schweiz gefährden könnte. Weitere Zugangsbeschränkungen zum Schweizer Arbeitsmarkt müssten unbedingt verhindert werden.

Das WEF wies in diesem Jahr ausdrücklich darauf hin, dass der Mangel an Fachkräften künftig die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz gefährden könnte. Im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Ingenieuren und Wissenschaftlern ist die Schweiz seit 2012 vom 14. auf den 24. Rang abgerutscht. Die vom WEF befragten Manager aus Schweizer Unternehmen benannten die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern als ihre aktuell grösste Sorge.

Die Wettbewerbsfähigkeit der USA zieht wieder an. (Bild: alexmillos / Shutterstock.com)

Die Wettbewerbsfähigkeit der USA zieht wieder an. (Bild: alexmillos / Shutterstock.com)




Die Wettbewerbsfähigkeit der USA zieht wieder an



Unsere deutschen Nachbarn haben ein ähnliches Problem und wurden von der Genfer Organisation deshalb in diesem Jahr vom vierten auf den fünften Platz zurückgestuft. Deutschland habe Schwierigkeiten, Frauen und Ausländer dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren und so den demografischen Wandel zu kompensieren. Den zweiten Platz im WEF-Wettbewerbsfähigkeitsranking belegt Singapur. Die USA landeten auf dem dritten Rang und konnten sich damit im Vergleich zum letzten Jahr um zwei Plätze verbessern. Auf den vierten Platz kam Finnland und erweist sich damit als derzeit wettbewerbsfähigstes Land in der Eurozone.

Reformfähigkeit – wichtige Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit

China konnte seine Wettbewerbsfähigkeit um einen Platz verbessern und befindet sich derzeit auf Platz 28. Andere Schwellenländer, unter anderem Brasilien, Südafrika und die Türkei, fielen im Vergleich zum Vorjahr allerdings zurück. Positive Bewertungen erhielten die Krisen-Staaten der EU – allen voran Portugal, das sich dank seines ambitionierten Reformprogramms um 15 Positionen verbessern konnte und derzeit auf Rang 36 liegt. Auch Griechenland, das allerdings zuletzt auf dem Stand eines armen Entwicklungslandes war, konnte seine Wettbewerbsfähigkeit um zehn Plätze steigern und befindet sich jetzt auf Rang 81.

Insgesamt mahnen die WEF-Ökonomen jedoch die Umsetzung weiterer struktureller Reformen an, um eine neue Weltwirtschaftskrise zu verhindern. Trotz der Verbesserungen gebe es beispielsweise in Portugal und Griechenland immer noch gravierende wirtschaftliche Probleme. Die Grenzen der Wettbewerbsfähigkeit werden in Europa künftig nicht mehr durch ein Nord-Süd-Gefälle definiert, sondern verlaufen zwischen reformfähigen Ländern und jenen, die Reformen unterlassen.



 

Oberstes Bild: © Rawpixel – Shutterstock.com


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