Hierarchielose Führung in Unternehmen

04.09.2014 |  Von  |  Organisation
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Hierarchielose Führung in Unternehmen
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Eine straffe Führung und so viel Organisation und Hierarchie wie möglich gehören zu einem modernen Unternehmen einfach dazu? Nicht unbedingt, denn in diesem Bereich kann gerade der Verzicht auf diese Mittel wirksam sein.

Insbesondere junge Mitarbeiter – in diesem Zusammenhang legen wir Ihnen auch gerne unseren kürzlich erschienenen Artikel über die Generation Y ans Herz – lassen sich nämlich mit freieren, ungezwungenen Strukturen in Unternehmen mitunter besser leiten. Wie Ihnen das gelingt, zeigen wir Ihnen gerne.



Schluss mit den Fesseln

Die Problematik lässt sich in etwa wie folgt zusammenfassen: Starre Strukturen, die keinen Freiraum lassen für persönliche Entfaltung, wirken sich auch auf die Mitarbeiter aus. Eigene Lösungen und persönliche Initiative werden abgewürgt, bevor sie überhaupt stattfinden können. Das Problem wächst dabei mit der Grösse des Unternehmens: Je mehr Mitarbeiter in einem Betrieb arbeiten, desto kleiner wird der gefühlte Eigenanteil am Erfolg der Firma. „Ich bin sowieso nur ein kleines Licht und kann hier gar nichts ändern.“ Dies markiert eine Grundhaltung, welche auf einen Grossteil der Mitarbeiter in einem solchen Unternehmen zutrifft.

Wer sich nach einigen Monaten oder Jahren im Betrieb nur als winziges Zahnrad sieht, wird an dieser Lage auch nichts mehr ändern. Wenn die wichtigen Entscheidungen ohnehin nur in der Chefetage stattfinden, müssen sich die anderen Mitarbeiter auch nicht anstrengen. Dies sollten Sie, falls Sie selbst einige Kollegen führen, aber nicht als deren Schwäche ansehen. Vielmehr verbirgt sich dahinter ein Fehler in der Mitarbeiterführung und der gesamten Kultur des Unternehmens. Wie wir wissen, ist ein solcher Wandel der Kultur nicht unbedingt einfach zu vollführen – aber in diesem Fall dennoch notwendig.

Suchen Sie das Problem bei sich



Es beginnt häufig schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie einem Bewerbungsschreiben: Wahrscheinlich werden auch Sie Ihre Ausschreibungen möglichst attraktiv klingen lassen, um gute Bewerber anzulocken. Möglicherweise sprechen Sie von Mitarbeitern mit Durchsetzungsvermögen, die sich nicht alles gefallen lassen und Eigeninitiative zeigen. Sobald der gewünschte Mitarbeiter dann aber im Unternehmen ankommt, wird er an die bestehenden Strukturen angepasst und jegliche Falten und Ecken werden aus seinem Hemd gebügelt – und dann fragen Sie sich vielleicht noch, warum der junge Mann so wenig Eigeninitiative zeigt.



Helfen können hier der Schritt zu weniger Hierarchie und ein Umdenken: weg von Titeln und Positionen im Unternehmen und hin zur Leistung, welche die Mitarbeiter wirklich bringen. Wenn aus dem Mund eines Mitarbeiters eine gute Idee kommt, ist sie einfach gut – ganz egal, ob es sich dabei um eine Person im Vorstand handelt oder nur den Hausmeister. Dieses Auflösen von Hierarchiestrukturen findet zwar auch im Unternehmen statt, aber zuerst sollte sie direkt in Ihrem Kopf beginnen.

Kann jeder Chef sein? In modernen Unternehmen: ja. Ein Minimum an Hierarchie muss natürlich gegeben sein. (Bild: baranq / Shutterstock.com)

Kann jeder Chef sein? In modernen Unternehmen: ja. Ein Minimum an Hierarchie muss natürlich gegeben sein. (Bild: baranq / Shutterstock.com)

Kann jeder Chef sein?

In modernen Unternehmen: ja. Ein Minimum an Hierarchie muss natürlich gegeben sein. Zahlreiche positive Beispiele zeigen jedoch, dass sehr flache Hierarchien in Betrieben erfolgreicher sein können als ihre Konkurrenzmodelle aus vergangenen Jahrzehnten. Damit das funktioniert, sind allerdings einige Aspekte sehr wichtig:



– vertrauensorientierte Führung:
Sie müssen Ihren Mitarbeitern vertrauen und diese müssen sich untereinander vertrauen. Lernen Sie, einfach zuzustimmen und abzuwarten, wenn eine Person sagt: „Keine Angst, ich mache das schon.“ Diese Philosophie bewirkt einen Wechsel hin zu einer vertrauensorientierten Führung, welche sich auf alle Bereiche des Unternehmens auswirken wird – und davon profitiert jeder, vom Auszubildenden bis hin zum Betriebsleiter.

– Transparenz:
„Das müssen Sie nicht wissen, ist Chefsache.“ Keine Aussage könnte falscher sein. Wer nicht weiss, wofür er arbeitet, wird sich auch nicht besonders anstrengen. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in das Tagesgeschäft des Unternehmens ein und lassen Sie sie möglichst über alles Bescheid wissen. So kommen Sie an zahlreiche neue Problemlösungen, welche eine Handvoll Mitarbeiter in der Führung vielleicht gar nicht erwogen hätte.

Sie dürfen ausserdem nicht den Fehler machen zu glauben, diese Hinweise nur auf junge, frische Unternehmen anwenden zu können. „Bei uns würde das niemals funktionieren!“ Stimmt diese Aussage auch wirklich und haben Sie diese Form der hierarchieschwachen Führung schon ausprobiert – oder sind Sie einfach zu faul, die bestehenden Strukturen zu brechen? Sein Sie ehrlich mit sich und analysieren Sie, warum hierarchielose Führung in anderen Unternehmen funktioniert und bei Ihnen nicht.

IT als Vorbild

Zahlreiche Unternehmen aus der IT machen vor, wie es geht: WordPress beispielsweise, eine überaus bekannte Plattform für Blogs jeglicher Art, wird von einigen Hundert Entwicklern programmiert. Einen echten Chef gibt es nicht, die meisten Mitarbeiter sind autonom tätig und sprechen sich untereinander ab – und dieses Rezept funktioniert seit vielen, vielen Jahren. Wagen Sie also auch den Schritt und weichen Sie die festgefahrenen Strukturen Schritt für Schritt auf. Sie werden merken, dass Sie bereits nach kurzer Zeit Veränderungen (im positiven Sinn) feststellen werden und diese auch bestehen bleiben.



 

Oberstes Bild: © Jirsak – Shutterstock.com


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