China kauft die Welt auf: Dies sind die favorisierten Immobilienstandorte der Asiaten

03.09.2014 |  Von  |  Finanzen

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China hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der quasi parallel mit dem Niedergang konventioneller Anlageformen und Investments stattfand. Hunderttausende wohlhabender Chinesen finden sich mit der Situation konfrontiert, eine sichere, aber auch attraktive Geldanlageform finden zu müssen.

Dies erklärt das ausserordentliche Interesse chinesischer Investoren am globalen Immobilienmarkt. Nicht wenige Hausbesitzer wachen in diesen Tagen irgendwo auf der Welt auf, nur um quasi über Nacht von chinesischen Nachbarn umgeben zu sein. Dabei sind Interessenten aus China bei Maklern wie Verkäufern sehr beliebt: Sie zahlen meist in bar und akzeptieren aufgrund ihrer sehr langfristigen Anlagestrategie auch Preise, die eigentlich über dem Marktwert liegen.

Doch während die Schweiz sich per Freihandelsabkommen mit China einen faszinierenden Partner gesichert hat, gehen die asiatischen Immobilieninvestitionen nicht primär in die Schweiz. Wo aber erwerben chinesische Anleger am liebsten Grund und Boden? Neben den Klassikern wie Thailand als Produktions- und Ferienstandort oder Deutschland aufgrund seiner Stabilität stellen wir favorisierte Gegenden vor, die manchmal überraschen.

Wer nämlich glaubt, chinesische Investoren würden sich nur von geografischen und ökonomischen Gewinnaussichten leiten lassen, täuscht sich. Beim Hauskauf spielen klar Fragen wie Prestige und Glamour eine Rolle. So erstaunt es nicht, dass 12 % aller Nicht-Amerikaner, die 2013 in Kalifornien Immobilien erwarben, Chinesen waren. Mehr Grund und Boden kauften nur die Kanadier mit 23 %. Was diese beiden Käufergruppen allerdings unterscheidet, ist die Investitionsbereitschaft: Chinesische Interessenten gaben doppelt so viel pro Immobilie aus wie die US-Nachbarn.

Englischsprachige Gebiete sind generell beliebt bei den Asiaten. Um die zwei Milliarden Pfund liessen chinesische Ankäufer allein 2012 und 2013 in den englischen Immobilienmarkt fliessen. Genauso wie russische Reiche, wohlhabende Griechen auf der Suche nach einem sicheren, monitären Hafen und deutsche Investoren betrachten Chinesen den UK-Real-Estate-Markt vor allem in London als eine risikofreie Sache.

Aber nicht nur der Wert des Gebäudes zählt für die asiatischen Investoren – manchmal sind es auch die Privilegien, die mit dem Immobilienbesitz einhergehen. Aus diesem Grund ist Zypern bei chinesischen Käufern so beliebt. Dort sind Grund und Boden noch relativ preiswert. Sind einmal Immobilien erworben und drei Jahre lang gehalten worden, kann der Käufer einen bleibenden Aufenthaltsstatus erhalten und hat so Zugriff auf einen EU-Pass, der wiederum den Handel mit europäischen Partnern immens erleichtert.

Auch historische Gründe können eine überraschende Rolle spielen. So erklärt sich das Interesse der Chinesen an Portugal nur schwer, es sei denn durch den momentan schwachen Immobilienmarkt und die deshalb sehr erschwinglichen Preise. Tatsache ist jedoch, dass Portugal einst die chinesische Casino-Insel Macau verantwortet hat. Durch die immer noch engen Geschäftsverbindungen gibt Portugal sehr schnell die sogenannten Investment-Visa aus – und öffnet so den europäischen Markt für chinesisches Business.

 

Oberstes Bild: © cofkocof – Shutterstock.com


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