Der Einfluss der gegenwärtigen Krisen auf Investment-Portfolios

01.09.2014 |  Von  |  News
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Der Einfluss der gegenwärtigen Krisen auf Investment-Portfolios
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Auch wenn sich zwischendurch in der Ukraine- und der Nahost-Krise immer wieder Hoffnung abzeichnet, sind doch viele Anleger beunruhigt über die Geschwindigkeit, mit der in einer globalisierten Welt ganze Regionen sich destabilisieren und Sanktionen wirken können.

Welche Auswirkungen haben solche relativ plötzlichen und sich schnell ausweitenden Krisen eigentlich auf Investments? Die Frage scheint zynisch angesichts des menschlichen Leids, das in den betroffenen Gegenden herrscht – und ist dennoch berechtigt. Schliesslich werden investierte Gelder global für eine stabile Wirtschaft eingesetzt. Anleger tun also der Weltwirtschaft keinen Gefallen, wenn sie in Krisenzeiten ihre Gelder aus Fonds abziehen und Aktien verkaufen.

Die für den Investor selbst aber entscheidende Frage ist natürlich, welche Reaktion die optimale im Hinblick auf das eigene Portfolio ist. Hier spielt erst einmal die Anlegerpsychologie eine entscheidende Rolle: Panik hat noch nie weitergeholfen. Auf keinen Fall sollten Anleger sich von den Schlagzeilen der Wirtschaftszeitungen verunsichern lassen: Es stimmt zwar, dass die Ukraine-Krise die Märkte durchschüttelt, die Sanktionen der EU und USA gegen Russland auf den Börsenparketts für Unruhe sorgen und Krisenherde wie Syrien Risiken bergen. Aber, so ernüchternd das klingt, diese sind meist kurzfristiger Natur und eigentlich nur für Broker interessant, die mit Tagesschwankungen spekulieren.

Interessanterweise haben nämlich Konflikte und Kriege typischerweise auf das Portfolio eines mittel- und langfristig denkenden Sparers keinen nennenswerten Einfluss. Zurückblickend sind geopolitisch begrenzte Auseinandersetzungen für die Finanzmärkte selten lang anhaltend schädlich gewesen. Schliesslich investieren Investmentspezialisten nicht oder zumindest nicht ausschliesslich in Staatshaushalte, sondern in börsennotierte Unternehmen – und deren Umsätze schrumpfen in Krisenzeiten tendenziell nicht.

Selbst die gefürchteten Sanktionen führen innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne zu Absatzverschiebungen, nicht -einbrüchen. Ein exzellentes Beispiel ist der Irakkrieg, der aufgrund der Ölvorkommen besonders argwöhnisch beäugt wurde. Zwar fiel der S&P-500-Index zunächst um 15 % kurz nach dem Bombardement der ersten Ziele in Bagdad durch die USA. Zwei Monate später aber war er bereits wieder an seinem Ausgangspunkt angelangt und stieg danach kontinuierlich bis ins schwarze Jahr 2008.

Das Geheimnis heisst also Ruhe bewahren und Geduld an den Tag legen. Meist haben sich die spürbaren finanziellen Konsequenzen einer Krise nach ein paar Monaten wieder nivelliert; „Schwarze Freitage“ werden anders ausgelöst. Allerdings lohnt es sich dennoch, einen Termin mit dem eigenen Anlageberater zu machen und nachzuhaken, wie die interne Reaktion auf die politischen Verschiebungen aussieht. Denn erfahrene Portfolio-Verwalter antizipieren Krisen und reagieren frühzeitig darauf. So ist das Krisenmanagement auch ein Indikator für die Qualität des eigenen Finanzdienstleisters.

 

Oberstes Bild: © emilie zhang – Shutterstock.com


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