Zehn Irrtümer über Arbeit, Geld und Karriere

29.08.2014 |  Von  |  Allgemein
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Zehn Irrtümer über Arbeit, Geld und Karriere
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Die Ansichten darüber, wie Arbeit, Geld und Karriere das Leben beeinflussen können, sind sehr unterschiedlich. Während die einen gleich alle drei Gegebenheiten eher beschwerlich und wenig förderlich für das Leben an sich finden, sind für andere genau das die Inbegriffe des Lebens an sich. Offensichtlich befinden sich beide Seiten auf einem Irrweg, wie auch die zehn Irrtümer im folgenden Beitrag zeigen dürften.

Dabei wird der eine oder andere Sachverhalt auch gern mit einem Augenzwinkern beschrieben, sollte aber dennoch ernst zu nehmen sein. Lesen Sie hier mehr über die zehn häufigsten Irrtümer über Arbeit, Geld und Karriere.



Irrtum Nummer 1: Arbeit wirkt sich störend auf die freie persönliche Entwicklung aus

Nicht wenige Zeitgenossen meinen, dass eine geregelte Arbeit an sich die freie Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig behindert und stört.

Irrtum: Die Arbeit an sich ist ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Besonderheit unter allen auf unserem Planeten vertretenen Lebensarten. In der Arbeit entwickeln sich besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es uns auch ermöglichen, unsere Position im gesellschaftlichen System besser bestimmen zu können. Damit leistet die Arbeit an sich einen wichtigen Beitrag zur sozialen und geistigen Entwicklung des Menschen.

Irrtum Nummer 2: Ohne Arbeit kann kein Mensch leben



Menschen können sehr wohl auch ohne Arbeit leben, wenn auch gewissermassen eingeschränkt. Bestes Beispiel dafür sind die sogenannten It-Girls und die verwöhnten Kinder allzu grosszügiger Millionäre, die unter günstigen Umständen doch wirklich ein Leben ganz ohne Arbeit und Anstrengung verleben können. Verleben ist hier wahrscheinlich auch der treffende Ausdruck für die mehr oder minder sinnlos verschenkte Zeit.

Irrtum Nummer 3: Wir arbeiten generell zu viel

Besonders die Menschen in den modernen Industriegesellschaften sind oftmals der Meinung, dass sie vor allem vom zeitlichen Rahmen her viel zu viel arbeiten.

Irrtum: Im Vergleich zu anderen Ländern und vergangenen geschichtlichen Epochen wird heutzutage vom Zeitaufwand her weniger als je zuvor gearbeitet. Dafür hat in vielen Bereichen die Intensität ebenso zugenommen wie die Anforderungen an die Erwerbsarbeit.

Irrtum Nummer 4: Wenig Lohn schmälert die Arbeitsbereitschaft

Diese generelle Aussage ist falsch. Auch für vergleichsweise wenig Lohn arbeiten viele Menschen sehr engagiert und hart. Die Frage, wie viel Lohn gerechtfertigt ist, hängt von sozialen Faktoren genauso ab wie von der angestrebten Stellung im monetären System einer Gesellschaft. Daher kann nicht generell gesagt werden, dass wenig Lohn die Arbeitsbereitschaft generell negativ beeinflussen würde.

Irrtum Nummer 5: Geld verdirbt den Charakter

Gemeint ist hier sicherlich viel Geld. Diese Weisheit unserer Grosseltern verfolgt uns manchmal noch heute. Die Menge des persönlich zur Verfügung stehenden Geldes hat allerdings grundsätzlich nichts mit den Charaktermerkmalen einer Person zu tun. Menschen mit viel Geld können genauso herzlich, empathisch, hilfsbereit und normal im Umgang sein wie Menschen mit wenig Geld.

Und übrigens sind die Armen nicht zwangsläufig die besseren Menschen. Der Ausspruch stammt aus einer Ära, in der den unteren Schichten einer Gesellschaft suggeriert werden sollte, dass Reichtum auch mit reichlich Problemen behaftet sei. Was den Charakter wirklich verdirbt, sind ein unkontrollierter Umgang mit zu viel Geld und eine entsprechend schlechte Erziehung.

Geld ist eine überflüssige Erfindung. (Bild: Denis Vrublevski / Shutterstock.com)

Geld ist eine überflüssige Erfindung. (Bild: Denis Vrublevski / Shutterstock.com)

Irrtum Nummer 6: Geld ist eine überflüssige Erfindung

Mit der zunehmenden Spezialisierung der menschlichen Arbeit wurde ein universelles Tauschmittel erforderlich. Genau das ist mit dem Geld gefunden worden. Geld kann gegen Produkte und Leistungen universell getauscht werden, braucht wenig Platz in der Aufbewahrung und lässt sich auch mit nicht monetär rechenbaren Werten tauschen. Dementsprechend ist Geld keine überflüssige Erfindung, sondern so lange eine gute Sache, wie Menschen in Tauschgesellschaften leben.



Eine geldlose Gesellschaft funktioniert nur dann, wenn alle Waren und Leistungen immer ausreichend für alle zur Verfügung stehen und jeder ohne einen universellen Tauschwert an der Schaffung dieser Werte teilnimmt. Das ist wohl noch lange Zeit eine Zukunftsfantasie.



Irrtum Nummer 7: Karriere macht man nur mit Beziehungen

An dieser Auffassung ist schon ein gutes Stück Wahrheit dran. Immerhin helfen Netzwerke entscheidend dabei, die eigene Position zu bestimmen und nach Möglichkeit förderlich zu beeinflussen. Allerdings geht Karriere auch ganz ohne Beziehungen. Hier müssen die Vernetzungen mit Entscheidungsträgern ersetzt werden durch eine hervorragende Leistungsfähigkeit, harte Arbeit oder den ganz besonderen Drang nach oben. Karriere geht durchaus auch ohne das sogenannte Vitamin B (B wie Beziehung).

Irrtum Nummer 8: Wer sich mit den Chefs gutstellt, kommt schneller nach oben

Erfahrene und gute Chefs können Schleimer, Intriganten und Emporkömmlinge sehr gut von befähigten und ehrlichen Mitarbeitern unterscheiden. Nicht selten wundern sich die fragwürdigen Stiefellecker, warum sie auf der Karriereleiter einfach nicht weiterkommen, obwohl sie doch so zuvorkommend zu ihren Vorgesetzten sind. Vielleicht gerade deshalb. Erfahrene Leiter wissen die kritisch-sachliche Art mancher ihrer Mitarbeiter durchaus zu schätzen und befördern solche Untergebenen oftmals lieber als die opportunistischen Kriecher.

Irrtum Nummer 9: Wer sich auf der Karriereleiter nicht nach oben bewegen will, ist faul und unfähig

Auch diese Annahme ist falsch. Ein Grossteil der arbeitenden Menschen hat gar nicht die Absicht, irgendwie Karriere zu machen. Der erlernte Beruf, in der entsprechenden Position ausgeführt, befriedigt viele Beschäftigte über das gesamte Arbeitsleben hinweg. Lediglich die Löhne und Arbeitsbedingungen sind nicht immer befriedigend. Echte Karrieristen sind eher selten und streben von Beginn an nach dem ständigen Aufstieg auf der Karriereleiter bis ganz nach oben. Manch einer schafft diesen Weg sogar von ganz unten. Wer das nicht will, ist deshalb weder grundsätzlich faul noch unfähig, sondern eben einfach nur anders ambitioniert.

Irrtum Nummer 10: Arbeit, Geld und Karriere sind Ersatz für menschliche Beziehungen

Auch wenn Arbeit, Geld und Karriere in modernen Industriegesellschaften wichtige Motivatoren sind, können sie doch echte menschliche Beziehungen in keiner Weise ersetzen. Oftmals entstehen tiefe soziale Bindungen sogar im Umfeld der Arbeit, lassen sich aber durch Geld und Karriere nicht aufwerten. Besonders Dauer-Singles erleben nicht selten eine Vereinsamung, die sie gern mit viel Arbeit, Geld und einer steilen Karriere kompensieren wollen. Gelingen wird das in aller Regel aber nicht. Hier wirkt das Plus an Arbeit, Geld und Karriere oftmals sogar kontraproduktiv.



 

Oberstes Bild: © alphaspirit – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


Ihr Kommentar zu:

Zehn Irrtümer über Arbeit, Geld und Karriere

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.