ITC-Branche optimistisch: Kurzfristige Erfolge sind möglich

28.07.2014 |  Von  |  News
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ITC-Branche optimistisch: Kurzfristige Erfolge sind möglich
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Die drei Buchstaben ICT sind die Abkürzung für „Information and Communications Technology“. Sie sind damit zugleich die Chiffre für eine Branche, die traditionell starke Wachstumszahlen aufweist, optimistisch in die Zukunft blickt und auch kurzfristig davon überzeugt ist, wirtschaftlichen Erfolg haben zu können. Für das dritte Quartal 2014 wird sich hieran nach Einschätzung des Branchen-Parameters „Swico-Index“ auf den ersten Blick auch nichts ändern. Wer jedoch einen genaueren Blick auf die aktuellen Zahlen wagt, erkennt eine spannende Entwicklung: Die einzelnen Sparten innerhalb der ICT-Branche driften langsam, aber stetig auseinander.

Beste Stimmung bei den ICT-Consultants



Beste Stimmung herrscht demnach bei den ICT-Consultants. Der Index für die „Ratgeber“ stieg um acht Zähler auf 111,9 Punkte. Übersetzt bedeutet diese Zahl: In naher Zukunft wird diese Berufsgruppe grossen wirtschaftlichen Erfolg haben. Unwahrscheinlich klingt dies nicht: Die Brutto-Margen der ICT-Consultants steigen in den kommenden drei Monaten alleine aufgrund der schon bekannten Aufträge deutlich an, heisst es von Swico. Die ICT-Consultants liegen damit in ihrer Branche in der Frage, was die Zukunftserwartungen angeht, nur noch ganz knapp hinter dem „Spitzenreiter“ IT-Services zurück. Hier könnte sich schon in naher Zukunft ein Wechsel ergeben.

Die widersprüchlichen Zahlen von IT-Services

Der Index für die IT-Services liegt bei 113,1 Punkten und ist damit einerseits auch noch sehr klar positiv. Auf der anderen Seite hat er jedoch sechs Zähler verloren und liegt erstmals seit 2011 wieder unter dem Gesamtindex (113,7) von Swico. Diese widersprüchlichen Zahlen liessen sich erklären, ist man bei Swico allerdings überzeugt: Einerseits würden die Aufträge und die Margen zurückgehen. Andererseits werde der Umsatz der Sparte jedoch nicht nur stabil bleiben, sondern „weiter stark wachsen“. Die IT-Services bewiesen die Standfestigkeit für ein ganz überwiegend „rentables Wachstum“.

Probleme für die Hardware-Firmen



Prinzipiell positiv ist auch das Stimmungsbild der Sparte IT-Technology. Es handelt sich um die Hersteller von Hardware. Der entsprechende Swico-Index liegt für das dritte Quartal bei 103,3 Zählern. Er ist damit so schlecht wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Diese Sparte der ICT-Branche habe Probleme mit Aufträgen, Umsätzen und Geschäftsanbahnungen, erklärt Swico. Trotzdem würden die Hardware-Hersteller nach wie vor in der Lage sein, zumindest ein kleines Wachstum zu erwirtschaften. Das Problem für IT-Technology: Swico geht davon aus, dass dieses komplett unrentabel ausfallen wird. Die Investitionen, die nötig sind, um jenes zu erreichen, fressen also alle Gewinne wieder auf.

Das Gegenstück zur IT-Technology ist der Software-Bereich. (Bild: Dukes / Shutterstock.com)

Das Gegenstück zur IT-Technology ist der Software-Bereich. (Bild: Dukes / Shutterstock.com)

Software auf Kurs

Das Gegenstück zur IT-Technology ist der Software-Bereich. Hier erwartet man zwar ein Wachstum, das nur geringfügig über dem der Hardware-Hersteller liegt. Allerdings ist die Sparte gesund: Der komplette Sprung nach vorne von der grössten Sparte der ICT-Branche werde rentabel ausfallen, heisst es von Swico. Dies können ansonsten nur die Consultants von sich behaupten. Selbst bei den ICT-Services ist ein Teil des Wachstums mittlerweile nicht mehr rentabel.

Der Swico-Index in einfachen Worten



Die wichtigste Zahl des Swico-Index lautet 100. Dieser Wert markiert, ab wann die Stimmung in einer Branche bzw. auch nur einer Sparte einer spezifischen Branche positiv ist. Je deutlicher ein Wert über oder unter dieser Grenze liegt, desto optimistischer bzw. pessimistischer blicken die Vertreter von Branche oder Sparte in die nahe Zukunft. Einen deutlich negativen Blick nach vorne hat es seit dem Platzen der New-Economy-Blase kurz nach der Jahrtausend-Wende allerdings nicht mehr gegeben.



Der Swico-Index beschränkt sich aber nicht nur auf diese Zahlen, sondern versucht auch graphisch darzustellen, wie sich die Entwicklung vollzieht, um dadurch längerfristige Schlussfolgerungen zu gestatten. Die Y-Koordinate (senkrecht nach oben) markiert dabei die Rentabilität. Die X-Koordinate (nach rechts verlaufend) ist der Wert für den Umsatz.

Sind Rentabilität und Umsatz positiv, spricht man von einem rentablen Wachstum. Ist die Rentabilität negativ, ist das Wachstum nicht rentabel. Ist hingegen der Umsatz negativ, gibt es eine Konzentration. Sind beide Werte negativ, so spricht man von einer Degeneration. In der ICT-Branche sind die Umsatzerwartungen aller Sparten positiv. Unrentabel arbeiten nur die Hardware-Hersteller. Ein gemischtes Bild ergibt sich, wie erwähnt, bei den IT-Services. Bei den verbleibenden Branchen ist das Bild rundum positiv.

Die Grösse des „Balls“, mit dem Swico die einzelnen Sparten darstellt, zeigt an, welches Gewicht sie der Branche gibt. Die beiden wichtigsten ICT-Sparten sind demnach IT-Software und IT-Services. Die Consultants spielen derzeit noch die geringste Rolle, schliessen aber zunehmend zu den IT-Technologys auf. Als Vergleich: Die Software-Sparte ist aber rund fünf Mal grösser. Die IT-Services sind immerhin noch etwa vier Mal grösser als die kleineren Sparten.



 

Oberstes Bild: © Corepics VOF – Shutterstock.com


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