Wie Frauen das perfekte Bewerbungsfoto gelingt

13.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Niedlich, zurückhaltend, schön, eine einzige Augenweide – das klingt für Frauen zwar nach sehr vielen Komplimenten am Stück, aber gleichzeitig verbirgt sich dahinter in Form von Bewerbungsfotos leider häufig ein Killer für jegliche Chancen auf ein Bewerbungsgespräch.

Zwar verlangt längst nicht mehr jedes Unternehmen ein Bewerbungsfoto, aber einige tun es eben doch. Frau (und Mann natürlich auch) legt dann gerne ein Foto bei, welches sie ihrer Meinung nach von ihrer besten Seite zeigt – aber das ist gar nicht immer gefragt. Wir zeigen Ihnen, wo die grössten Fehler bei diesem kleinen, aber wichtigen Schnappschuss liegen.



Hart, aber fair

Zahlreiche Frauen begehen den Fehler, sich auf Bewerbungsfotos falsch darzustellen. Sie präsentieren sich gerne hübsch, freundlich, lächelnd und rundherum perfekt. Anzulasten ist ihnen dieses Vorgehen nicht, denn schliesslich leben wir in einer Gesellschaft, die dem Aussehen einen hohen Stellenwert einräumt – aber falsch ist es dennoch. Wenn ein Job für eine Managerposition in einem grossen Konzern (in dem man sich praktisch nur für Zahlen und Fakten interessiert) offen ist, wird es den Personalleiter kaum interessieren, ob sie lange Wimpern und ein niedliches Gesicht vorweisen können. Im Gegenteil: Damit schneiden Sie sich häufig ins eigene Fleisch.

Präsentieren Sie sich überspitzt ausgedrückt als naives Dummchen, das vom Schminkkoffer mehr versteht als von Prozessmanagement, wird Ihnen niemand diese Stelle anbieten. Unterbewusst stempelt Sie der Personalleiter (und auch die Personalleiterin) als schön und wahrscheinlich klug, aber nicht wirklich durchsetzungsfähig ab. Nebenbei lassen Sie dadurch die alten Rollenbilder von der Frau am Herd und dem Mann bei der Arbeit wieder aufleben – und diese Zeiten haben wir doch längst hinter uns, oder?

In Ihrer Vita beschreiben Sie sich von Ihrer besten Seite durch Fakten und Auszeichnungen, durch absolvierte Praktika und Seminare. (Bild: Lisa S. / Shutterstock.com)

In Ihrer Vita beschreiben Sie sich von Ihrer besten Seite durch Fakten und Auszeichnungen, durch absolvierte Praktika und Seminare. (Bild: Lisa S. / Shutterstock.com)




Sehen Sie Ihr Gesicht als Marketinginstrument

Gehen wir eine typische Bewerbung noch einmal durch: In Ihrer Vita beschreiben Sie sich von Ihrer besten Seite durch Fakten und Auszeichnungen, durch absolvierte Praktika und Seminare. Sie stellen sich in Ihrem Schreiben als selbstbewusst, durchsetzungsfähig, engagiert, teamfähig, kompetent und fachlich versiert dar – also mit Attributen, die auch Männern gut zu Gesicht stehen. Bis zu diesem Punkt haben Sie alles richtig gemacht. Anschliessend lassen Sie Ihr Foto von einem professionellen Fotografen anfertigen – und schauen leicht von unten, vielleicht mit geneigtem Kopf und grossen Augen in die Kamera, machen sich absichtlich klein, fast so wie ein kleines Mädchen, das gerade die Welt entdeckt.

Sie sehen selbst, was hier falsch läuft. Sie können sich keine Diskrepanz zwischen Ihrer Eigendarstellung in Wort und Schrift und Ihrem Foto erlauben. Sich sympathisch und hübsch zu präsentieren, ist sicherlich kein Fehler, aber das sind nicht die Kernkompetenzen, die Personalentscheider verlangen. Ein strahlend schönes Lächeln beeinflusst den Jahresumsatz des Unternehmens nun einmal leider nicht – aber Selbstbewusstsein und Kompetenz im Beruf eben schon. Und genau diese Attribute müssen Sie durch Ihr Bewerbungsfoto ausdrücken.

Worauf schauen die Entscheider?



Wir wiederholen uns an dieser Stelle zwar, aber ein letztes Mal muss dies gestattet sein: Kompetenz und Durchsetzungsvermögen sind die Eigenschaften, die den Leitern und Leiterinnen aus der Personalabteilung wichtig sind. Sympathie folgt dann auch – irgendwann. Schauen wir uns also einige konkrete Tipps für ein solches Foto an:



  • Das richtige Outfit sollte eine Selbstverständlichkeit sein. In einem Kindergarten müssen Sie sich nicht wie die Vorsitzende der Credit Suisse präsentieren und umgekehrt passt ein lockeres Outfit nicht, falls Sie sich für einen seriösen Beruf entscheiden (was nicht heissen soll, dass es in Kindergärten keine ernstzunehmenden Stellen gibt). Und erinnern Sie sich daran: Sie wollen nicht durch Ihr Aussehen punkten, eine tief ausgeschnittene Bluse ist ein absolutes Tabu.
  • Vermitteln Sie bloss nicht den Eindruck der netten Neuen vom Nebenbüro. Nett ist schön und gut – aber mehr auch nicht. Sie müssen am besten in Ihrem Blick schon einen Ausdruck haben, der sagt: Ja, ich will diesen Job, und ich will dieses Unternehmen voranbringen. Wie das genau funktioniert, kann Ihnen mit Sicherheit auch Ihr Fotograf sagen.
  • Das Lächeln ist wichtig: Lächeln Sie so, wie Sie es im Alltag auch tun. Einige Menschen lachen nun einmal seltener als andere, und wenn Sie nicht zu denjenigen Personen gehören, die mit einem breiten Grinsen durch das Leben schreiten, sollten Sie auch nicht diesen Eindruck vermitteln. Verstellen Sie sich also auf keinen Fall für das Foto. In Ihrem Schreiben würden Sie schliesslich auch nicht absichtlich Fakten über sich selbst ändern.

Verbessere ich dadurch wirklich meine Chancen?

Das können wir nicht garantieren. Was wir aber garantieren können, ist, dass Sie Ihre Chancen auf diese Weise nicht verschlechtern – denn das tun Sie immer, wenn Sie eines der erwähnten Nettes-Mädchen-von-nebenan-Fotos absenden. Bleiben Sie also Sie selbst und vertrauen Sie auf Ihre Stärken, denn dieses Selbstbewusstsein wird man dann auch sofort auf Ihrem Foto entdecken.

 



Oberstes Bild: © Lisa S. – Shutterstock.com


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