Das Schienennetz der SBB auf Sparkurs

08.07.2014 |  Von  |  News
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Aufgrund starker Belastung des gesamten SBB-Schienennetzes ist der Nachholbedarf beim Unterhalt grösser als bisher angenommen. Die Gleise werden sehr intensiv befahren, wobei auch berücksichtigt werden muss, das meist jeder einzelne Zug schwerer ist als früher und schneller beschleunigt. Der gesamte Nachholbedarf für das Schienennetz beläuft sich auf 2,03 Milliarden CHF. Damit ist die Zahl im Vergleich zur letzten Prognose von 1,8 Milliarden CHF deutlich gestiegen.

Die Fahrbahnen sind in den vergangenen Jahrzehnten viel zu wenig erneuert und unterhalten worden, wenn man bedenkt, wie stark die Belastung gestiegen ist. Die Gleisanlagen können laut SBB nicht mehr wie bisher 37 Jahre, sondern nur noch 33 Jahre genutzt werden. Laut Netzzustandsbericht der SBB werden die Infrastrukturanlagen in der Schweiz zu 71 % als „in einem sehr guten Zustand“ befindlich bewertet, immerhin noch 22,5 % erhalten die Beurteilung „durchschnittlich“. Akut kritisch war keine der Anlagen, womit der gesamte Bericht das Schienennetz als durchaus in gutem Zustand bewertet.



Seit Jahren zu geringes Investitionsaufkommen

Doch der Rückstand beim Unterhalt lässt sich nicht leugnen, immerhin besteht hier ein Säumnisbetrag von rund zwei Milliarden CHF. Doch auch für die kommenden Jahre steigt die SBB auf die Bremse. Im Hinblick auf die durchaus ernste finanzielle Situation sind ein Sparprogramm sowie ein komplettes Paket mit Repriorisierungsmassnahmen unbedingt notwendig. Damit werden Projekte entweder zurückgestellt oder ganz gestoppt, Ausbau- und Erweiterungsmassnahmen werden sorgfältig überprüft und ebenfalls hintangestellt.

Unterhalt auf Dringlichkeit fokussiert

Um die Vorgaben des Budgets einzuhalten, werden sämtliche Erneuerungsarbeiten verzögert und auch von den Unterhaltsarbeiten nur diejenigen durchgeführt, die auch tatsächlich unbedingt notwendig sind. Zusätzlich werden frei werdende Stellen während der nächsten sechs Monate nicht nachbesetzt.

Während ein SBB-Sprecher von einer Investitionsstrategie spricht, sehen unabhängige Experten in der Vorgehensweise eher eine Problemverdrängung als eine umfassende und vorausschauende Lösung der bestehenden Probleme. Damit ist in wenigen Jahren mit noch teureren Folgen bei den Unterhaltskosten zu rechnen.



 

Oberstes Bild: © Stee – Shutterstock.com


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