Den Wandel in den Unternehmen gestalten

27.05.2014 |  Von  |  Organisation
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Den Wandel in den Unternehmen gestalten
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In vielen Schweizer Unternehmen ist der Wandel längst im Gange, manche stehen direkt davor. Gemeint ist der Wandel weg von einer einzig hierarchisch geführten und rein auf Wachstum ausgerichteten Produktivität hin zu einem freieren und zugleich bedarfsgerechteren Wirtschaftssystem, in dem nicht allein Masse und Technik, sondern vor allem Qualität und Userfreundlichkeit im Fokus stehen.

Ein solcher Wandel wird begleitet von völlig neuen Mitarbeiterstrukturen. Diese haben sich beispielsweise mit dem Älterwerden der Gesellschaft und dem vielbeschworenen Fachkräftemangel längst angedeutet. Jetzt kommt es darauf an, diesen Wandel inhaltlich und organisatorisch zu gestalten.



Nicht die Stärksten, sondern die Wandlungsfähigen überleben

Noch immer herrscht in der Wirtschaft der Irrglaube vor, dass nur die Grössten und Stärksten überleben würden. Spätestens mit dem Bankensterben und dem Straucheln grosser Konzerne wird klar, dass das so nicht stimmen kann. Und auch ein Blick in die Evolutionsgeschichte zeigt, dass nicht allein schiere Masse und Kraft gewinnen. Wo sind sie hin, die grossen Saurier und Mammuts, die Säbelzahntiger und andere sagenumwobene Lebewesen?

Von der Evolution geschluckt. Was geblieben ist, sind Tierarten, die sich den wandelnden Bedingungen anpassen konnten und so die Grundlage für das gelegt haben, war wir heute Evolution, uns selbst eingeschlossen, nennen. Charles Darwin hat es in die passenden Worte gegossen: „Weder die stärkste noch die intelligenteste Spezies überlebt. Sondern jene, die sich am besten dem Wandel anpasst.“

Überträgt man diese Erfahrungen und die dahintersteckende Weisheit auf Unternehmen, dann kann das durchaus zu falschen Schlüssen führen. Nicht die Grösse von Unternehmen an sich muss zwangsläufig deren Tod bedeuten, sondern die Unfähigkeit, sich auf wandelnde Bedingungen einzustellen. Dass eine solche Wandlungsfähigkeit oftmals auch von der Grösse und Struktur behindert wird, bleibt unbestritten.



Den Wandel wagen

Viele Unternehmen warten bis heute ab, was der gesellschaftliche, weltpolitische und wirtschaftliche Wandel von ihnen abverlangen wird. Andere haben sich längst auf den Weg gemacht. Wer hier letztlich Gewinner sein wird, bleibt offen. Noch immer hören wir aus vielen Unternehmen, man müsse ja nicht jede Mode mitmachen, sondern könne auch beruhigt auf Altbewährtes bauen. Eine fatale Verwechslung von Wandel mit Aktionismus.

Nur wer zeitig den Wandel wagt, hat die besten Chancen, daraus erfolgreich hervorzugehen. Je eher die entscheidenden Prozesse angeschoben werden, desto mehr Zeit bleibt für einen gelingenden Wandel in Zeiten, in denen heute schon nicht mehr gilt, was gestern noch Gesetz war. Jeder Wandel bedeutet immer auch ein Stück Wagnis, letztlich gilt aber auch hier: Wer wagt, gewinnt!





Die Fähigkeit zum Wandel erfordert nicht nur das Vermögen, Veränderungen anzustossen. Vor allem gefragt ist das Know-how, diese Veränderungen auch bewusst und gezielt zu gestalten. (Bild: kraphix - Shutterstock.com)

Die Fähigkeit zum Wandel erfordert nicht nur das Vermögen, Veränderungen anzustossen. Vor allem gefragt ist das Know-how, diese Veränderungen auch bewusst und gezielt zu gestalten. (Bild: kraphix – Shutterstock.com)




Change Management – gestalten und nicht verwalten

Die Fähigkeit zum Wandel erfordert nicht nur das Vermögen, Veränderungen anzustossen. Vor allem gefragt ist das Know-how, diese Veränderungen auch bewusst und gezielt zu gestalten. Das funktioniert heute kaum noch über einfache Anordnungen, Dienstanweisungen oder Befehle. Der Wandel in der Wirtschaft erfordert es, die Betroffenen mit auf den Weg zu nehmen. Betroffen sind vor allem Arbeitnehmer, die den Grossteil der Produktivkräfte der Wirtschaft stellen.

Von Natur aus sind Menschen immer sehr vorsichtig, wenn es um tiefgreifende Veränderungen geht. Das trifft in besonderem Masse auch auf Arbeitnehmer zu. Wer sich einmal im Arbeitsleben eingerichtet hat, ist über Veränderungen wenig begeistert und versteht diese immer auch als Bedrohung seiner eigenen Position. Schon aus diesem Grund ist es wichtig und lohnend, besonders die Arbeitnehmer mit auf den Weg der Veränderung zu nehmen. Hier geht es nicht um das Verwalten von Arbeitskräften, sondern um das Gestalten von Arbeitsplätzen, Abläufen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Veränderung braucht Verständnis

Jede Veränderung, besonders solche in der Arbeitswelt, stellt hohe Anforderungen an die, die davon betroffen sein könnten. Oftmals wird hier deutlicher Widerstand spürbar. Dieser resultiert nicht selten aus der Tatsache, dass kein Verständnis von Sinn und Zweck beabsichtigter Veränderungen entwickelt wurde. In den Führungsetagen wird konferiert, verhandelt und beschlossen, an der Basis soll lediglich ausgeführt werden.

So allerdings funktioniert kein Wandel. Was auf diese Weise von so manchem Aufsichtsrat als Change Management verstanden wird, ist nur das Herausdrängen der wahren Leistungsschöpfer aus ihrer Verantwortung als Gestalter. Dagegen sind besonders die Arbeiter und Führungskräfte im unteren und mittleren Management die Personengruppe, von der im Wandel am meisten abgefordert wird. Veränderte Marktsituationen und vor allem Änderungen in den produktiven Abläufen wirken sich hier zuerst aus. Genau deshalb ist auch hier zuerst das Verständnis für mögliche Entwicklungen im Veränderungsprozess anzustreben. Nur wer versteht, kann auch verändern.

Wie funktioniert nun das Change Management

Change Management heisst frei übertragen Gestaltung der Veränderung. In den Prozess dieser Gestaltung müssen alle einbezogen werden, die davon mittelbar oder unmittelbar betroffen sind. Nur so lässt sich der Wandel auf eine breite Basis stellen und kann letztlich auch erfolgreich verlaufen. Menschen müssen sich als Arbeitskräfte neu definieren, der Markt wandelt sich meist schneller, als Unternehmen erkennen, und ein Wechsel von einer zentralistisch organisierten Marktwirtschaft hin zu einer weniger politisch gesteuerten Bedürfnisgemeinschaft ebnet sich eben nicht von allein. Hier muss intelligent und zukunftsweisend gestaltet werden, und zwar mit allen Betroffenen und nicht über deren Köpfe hinweg.



 

Oberstes Bild: © patpitchaya – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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