Die Mitarbeiterzeitung als innerbetriebliches Führungsinstrument

26.05.2014 |  Von  |  Kommunikation
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Die Mitarbeiterzeitung als innerbetriebliches Führungsinstrument
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Die Mitarbeiterzeitung ist ein oftmals vernachlässigtes Medium in der internen Kommunikation und als direkter Draht zu den Mitarbeitern auch ein wichtiges Führungsinstrument. Manchen Unternehmen fehlt es an finanziellen Ressourcen und an Personal für ihre formale und inhaltliche Produktion, andere wiederum nutzen sie als Präsentationsplattform für die Chefetage. Tatsächlich ist die Mitarbeiterzeitung eine kostengünstige und sehr effektive Methode, um Mitarbeiter zu motivieren sowie den Teamgeist und die emotionale Bindung an ein Unternehmen zu fördern und zu festigen – aufgrund dieser gravierenden Vorteile sehen sich auch immer mehr kleinere Unternehmen veranlasst, Mitarbeiterzeitungen als Instrument der internen Kommunikation zu etablieren.

Im Mittelpunkt stehen die Mitarbeiter



Beginnen wir damit, was eine Mitarbeiterzeitung auf keinen Fall sein darf: die Depesche der Führungsriege beziehungsweise des Chefs. Stattdessen ist sie eines der wichtigsten Instrumentarien in der internen Kommunikation mit dem Ziel, die Wünsche, Meinungen und Interessen der Mitarbeiter abzufragen und zu bedienen. Im Corporate Design des Unternehmens transportiert die Mitarbeiterzeitung zeitnah wichtige Entscheidungen des Managements zu den Mitarbeitern und informiert über die Hintergründe. Als Informationsmedium berichtet sie über alle für die Mitarbeiter relevanten Themen, angefangen bei der Einführung neuer Produkte oder Dienstleistungen bis zur Renovierung der Kantine.

Das bedeutet auch, dass die Mitarbeiterzeitung ausreichend Raum und die Freiheit bieten muss, die die Mitarbeiter betreffenden Themen, Probleme und Sorgen aufzugreifen, zu diskutieren und Lösungen anzubieten. Dies geschieht vor dem Hintergrund, ein offenes und vertrauensvolles innerbetriebliches Klima zu fördern.

Das Redaktionsstatut als Garant für Unabhängigkeit

Die positive Wirkung und Akzeptanz einer Mitarbeiterzeitung stehen und fallen mit ihren Inhalten, der Vielschichtigkeit ihrer Texte, dem Grad der Meinungsfreiheit und der Ausdrucksstärke der Fotos. Um die Unabhängigkeit der Redaktionsleitung zu garantieren, ist es empfehlenswert, dass die eingesetzte Redaktion ein eigenes Statut erhält, das diese Unabhängigkeit garantiert und in dem die Arbeitsbedingungen des selbstständig arbeitenden Redaktionsteams festgeschrieben sind. Das Redaktionsstatut sollte auch Verfahrensregeln beziehungsweise eine Geschäftsordnung festlegen, die den Umgang mit Konflikten erleichtert.



Das redaktionelle Konzept

Das redaktionelle Konzept einer Mitarbeiterzeitung beinhaltet Berichte aus dem Unternehmen. Das kann beispielsweise ein Blick in die verschiedenen Abteilungen sein, die Vorstellung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie geänderte Strategien, angewandte Produktionsverfahren, die Anschaffung neuer Maschinen, besondere Erfolge inner- und ausserhalb des Unternehmens, die erfolgreiche Akquise bedeutender Aufträge, Schulungen und Weiterbildungen, soziale Leistungen und betriebliche Einrichtungen oder Vergünstigungen. In die Mitarbeiterzeitung gehören auch Berichte über geplante oder bereits erfolgreiche PR-Aktionen sowie Mitteilungen im sozialen Kontext wie Berichte über Betriebsversammlungen oder über die Arbeit des Betriebsrates, Veranstaltungen, Betriebssport, Sozialleistungen, Beantwortung von Fachfragen und Unfallverhütung.

Themen ausserhalb des Unternehmensbereichs können Berichte über wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Entwicklungen sein, über die aktuelle wirtschaftliche Lage, Meinungen und Märkte, das Branchengeschehen, über Wettbewerber und auch Servicethemen, beispielsweise Ausflugstipps in die Region, Reise- und Veranstaltungstipps, verschiedene Rätsel, ein Floh- und Wohnungsmarkt, Leserbriefe oder auch Steuertipps.

In jeder Ausgabe rückt ein aktuelles oder besonderes Unternehmensthema in den Fokus der Berichterstattung, das von Expertenberichten, praktischen Beispielen, Kommentaren und Interviews flankiert wird. Darüber hinaus lebt eine Mitarbeiterzeitung auch von der Interaktion. Die Mitarbeiter sollten deshalb Gelegenheit erhalten, Feedbacks abzugeben und ihre Meinung zu äussern. Das Interesse der Leser wird ausserdem erhöht durch unterschiedliche journalistische Darstellungsformen – Reportagen, Glossen, Kommentare und Interviews – sowie durch interne Personalia, beispielsweise bedeutende Geburtstage, Jubiläen oder besondere sportliche Leistungen.

Bevor jedoch Bildmaterial in der Mitarbeiterzeitung veröffentlicht wird, müssen der oder die Mitarbeiter, die deutlich auf einem Bild zu erkennen sind, bezüglich der Veröffentlichung um Erlaubnis gefragt werden, was im Idealfall in Form einer schriftlichen Genehmigung geschieht.





Informationen müssen fliessen. (Bild: Blan-k / Shutterstock.com)

Informationen müssen fliessen. (Bild: Blan-k / Shutterstock.com)




Die Informationen müssen fliessen

Layout, Gestaltung und Redaktion gehören in die unternehmensinterne Presseabteilung oder in die Hände der Presseverantwortlichen in kleineren Unternehmen beziehungsweise in die von externen Dienstleistern. Mit der entsprechenden Software ist es auch in kleineren Unternehmen nahezu jedermann möglich, formal eine Mitarbeiterzeitung zu gestalten. Diejenigen, die für die Inhalte der Mitarbeiterzeitung verantwortlich sind, müssen allerdings in den internen Informationsfluss eingebunden sein. Das gilt für hausinterne Mitarbeiter und umso mehr für externe Dienstleister, die entsprechend umfangreich gebrieft und über die hausinternen Geschehnisse informiert werden sollten.

Die Mitarbeiterzeitung kann im Unternehmen verteilt oder an die Wohnadressen verschickt werden und zum Download im Intranet zur Verfügung stehen. Wichtige Adressaten sind auch ehemalige Mitarbeiter und Aktionäre. Die Mitarbeiterzeitschrift ist indes keine Kundenzeitschrift, sondern allein ein Instrument der internen Kommunikation.

Binden Sie Ihre Mitarbeiter in das Redaktionskonzept ein

Wie andere Medien auch braucht die Mitarbeiterzeitung einen originellen Titel. Und wer könnte ein besserer Adressat für die Suche nach einem Namen sein als die eigene Belegschaft? Um die Namensgebung anzukurbeln, bietet es sich an, den Namen im Rahmen eines Wettbewerbs von den Mitarbeitern selbst vorschlagen zu lassen. Das ist ein guter Weg, um die nötige Akzeptanz und das Engagement in der Belegschaft zu wecken, sich später auch an den Inhalten zu beteiligen. Je nach Betriebsgrösse und Fülle des vorhandenen Materials variiert die Erscheinungsweise einer Mitarbeiterzeitung von einmal im Monat bis zu einmal im Vierteljahr.



 

Oberstes Bild: © artenot – Shutterstock.com


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