Was macht einen guten Chef aus?

17.05.2014 |  Von  |  Organisation, Selbstmanagement
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Was macht einen guten Chef aus?
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Das ist eine Frage, die immer wieder neu diskutiert wird. Veränderungen in der Arbeitswelt und eine veränderte Selbstwahrnehmung der Chefs und der Beschäftigten lassen auch die Antworten auf diese Frage immer etwas anders aussehen.

Grundsätzlich gilt: „Wie die Leitung, so die Leistung!“ Gerade aus dieser Sicht heraus stellt sich die Frage nach den Skills eines guten Chefs besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten auf eine eigene Weise. Was Sie zum guten Chef macht, beleuchtet dieser Beitrag in einigen exemplarischen Auszügen.



Was Sie zum Chef macht

Die Wege an die Unternehmensspitze sind vielfältig. Genauso vielfältig wie die Führungspersönlichkeiten selbst. Dabei steht hier noch nicht einmal die Frage im Raum, ob ein Chef auch ein guter Chef ist. An die Unternehmensspitze kommen Führungskader durch Vererbung familiengeführter Unternehmen, durch Geschäftsübernahme, durch eine entsprechende Ausbildung, durch Erfahrung oder durch ein strebsames Klettern auf der Karriereleiter bis ganz nach oben. Die Wege auf den Chefsessel sind unterschiedlich.

Was Sie aber wirklich zum guten Chef macht, ist die Fähigkeit, ein Unternehmen effektiv zu leiten. Und ähnlich wie bei einem Eheversprechen gilt hier auch: in guten und in schlechten Zeiten.

Acht Dinge, die Sie als guter Chef beherrschen sollten



Hier habe ich acht Punkte aufgeführt, die Sie als guten Chef auszeichnen. Dabei kommt es nicht einmal auf die Grösse des Unternehmens und die Anzahl Ihrer Untergebenen an, nur darauf, ob und wie Sie diese acht Punkte umsetzen können.

1. Ein guter Chef erfasst Veränderungen am Markt und bezüglich der Technologien, die im Unternehmen eingesetzt werden.

Das bedeutet, dass der Unternehmensleiter ein feines Gespür dafür entwickelt, was sich am Markt tut, wann und wie sich angewandte Technologien verändern und wie sich diese Entwicklungen und Veränderungen auf das eigene Unternehmen auswirken werden.

2. Die Einflüsse von Politik und Gesetzgebung auf die künftige Unternehmensentwicklung werden aufgenommen und verstanden.

Damit wird auch die künftige Entwicklung des Unternehmens auf rechtssichere Füsse gestellt. Politische Entwicklungen werden beispielsweise im Rahmen der Absatzpolitik berücksichtigt. Bei entsprechenden Veränderungen kann so zeitnah reagiert werden.

Analyse der Kundengruppen. (Bild: vinzstudio / Shutterstock.com)

Analyse der Kundengruppen. (Bild: vinzstudio / Shutterstock.com)

3. Über die Veränderungen am Markt und über die Analyse der Kundengruppen wird in der Unternehmensführung ausreichend und tiefgründig gesprochen.

Das ist die Voraussetzung dafür, dass alle zu erwartenden Veränderungen von einem breiteren Gremium erfasst und entsprechende Schlussfolgerungen gezogen werden. Damit sichert sich das Unternehmen gegen eventuelle „Überraschungen“ ab.



4. Die im Unternehmen bestehenden Geschäftsmodelle werden immer wieder einer kritischen Würdigung unterzogen.

Dabei geht es um die Reflexion aller Einflüsse, die sich auf die Geschäftsmodelle auswirken. Im Zusammenhang damit gilt es, jeweils auch aktuelle und vorausschauende Schlussfolgerungen für die inhaltliche Gestaltung der Geschäftsmodelle zu treffen.

5. Regelmässig wird überprüft, ob gewohnte Abläufe, Prozesse und Entwicklungsmechanismen noch tragfähig sind.

Wer zu lang an bislang erfolgreichen Wegen festhält, wird möglicherweise in eine Art Entwicklungsstillstand geraten. Und Stillstand ist gerade in der wirtschaftlichen Entwicklung mit einem Rückschritt gleichzusetzen.

6. Oftmals muss eine grosse Portion Mut aufgebracht werden, um gegen aktuell vorherrschende Meinungen und Ansichten anzukämpfen.

Genau dieser Mut macht aber erst Entwicklungen möglich. Ohne den Mut, Veränderungen auch gegen die allgemeine Stimmung anzuschieben, wird das Unternehmen über kurz oder lang bestenfalls im Durchschnitt landen.



7. Sind Veränderungen spürbar, muss schnell und effektiv gehandelt werden.

Dabei geht es nicht darum, auf kleinste seismische Erschütterungen in der Wirtschaft mit Panik oder Aktionismus zu reagieren. Vielmehr ist es erforderlich, einsetzende Veränderungen mit in die Gestaltung der unternehmerischen Prozesse einzubeziehen.

8. Für das Unternehmen sind geeignete Zukunftsvisionen zu entwickeln und Strategien zur Veränderung sollten zumindest umrissen sein.

Das sind die Voraussetzungen dafür, dass Innovation und Zukunftsgestaltung im Unternehmen auf unterschiedlich lange Sicht möglich werden. Ein Unternehmen ohne Visionen und Zukunftsstrategien ist auf Dauer ein totes Unternehmen.

Erkenntnisse in den Alltag transferieren

Diese acht Punkte erscheinen für die tägliche Umsetzung guter Leitungstätigkeit zunächst etwas steif zu wirken. Für einen guten Chef kommt es darauf an, sie mit Leben zu füllen. Dabei ist nicht nur einfach die zutreffende Welt-, Weit- und Marktsicht entscheidend, sondern vor allem, wie der Chef in der Lage ist, seine Mitarbeiter im konkreten Arbeitsalltag zu führen.

Hier spielen vor allem die sogenannten Soft Skills eine wichtige Rolle. Dazu kommt ein Führungsverständnis, das davon geprägt sein muss, Erfolge als kollektive Leistung zu verstehen und Misserfolge in erster Linie als eigene Fehler einzugestehen. Denn letztlich bedeutet die Regel „Wie die Leitung, so die Leistung!“ auch, dass mangelhafte Leistungen nicht selten, sondern eher in der Regel mit einer mangelhaften Führungsarbeit in Zusammenhang zu bringen sind.

Werden Arbeitnehmer danach gefragt, was für sie einen guten Chef ausmacht, dann steht ganz oben eine gewisse Entscheidungsfreude, die fällige Entscheidungen nicht auf die lange Bank schiebt, sondern möglichst kurzfristig umsetzt. Selbst auf das Risiko hin, dass solche Entscheidungen korrigiert werden müssen, ist den Arbeitnehmern eine klare Massgabe wichtiger als ein langes Warten. Denn letztlich sind gute Chefs eben auch schnelle Entscheider mit einem gewissen Überblick über Markt, Technologien und die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.



 

Oberstes Bild: © Goodluz – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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