Die Kunst der Mitarbeiterbindung

16.05.2014 |  Von  |  Organisation
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Die Kunst der Mitarbeiterbindung
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Die besten Fachkräfte in Ihrem Unternehmen sind leider auch diejenigen, die praktisch permanent andere, vielleicht ebenso interessante Angebote bekommen. Einfache Gehaltserhöhungen, um diese Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden, sind jedoch nicht immer der richtige Weg. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Kunst der Mitarbeiterbindung durch andere Zusatzleistungen meistern können.

Warum alternative Leistungen interessant sind



Wie viel Sie Ihrer besten Fachkraft auch immer bezahlen – es ist nicht genug. Es wird immer Mitbewerber geben, welche einige Franken mehr pro Monat bezahlen würden. Dieser Mitarbeiter würde dann wahrscheinlich recht schnell wechseln. Für die gleiche Arbeit bekäme er mehr Geld – wer würde da Nein sagen? Möchten Sie ebenfalls das Gehalt dieser Fachkraft erhöhen, werden Sie sich irgendwann in einer endlosen Spirale aus immer schneller wachsenden Gehältern befinden. Auf Dauer wird das teuer und auch für den Mitarbeiter wenig attraktiv – aber es gibt eine Alternative.

Zusatzleistungen jeglicher Art fallen meist günstiger aus als reine Gehaltserhöhungen und sind für den Mitarbeiter meistens auch interessanter. Eine Person, die pro Monat 5000 Franken verdient, hat keine finanziellen Probleme – also werden es 5200 Franken auch nicht richten. Ab einem gewissen Verdienst pro Monat steigt das gefühlte, subjektive Glück im Leben nicht mehr an. Eine lohnenswerte Zusatzversicherung oder mehr Urlaub für Reisen hingegen sind da schon deutlich interessanter. Auch können Sie diese Leistungen, je nach Rechtsform des Unternehmens, häufig von der Steuer absetzen, was die ganze Angelegenheit auch für Sie günstiger macht.

Möglichkeiten ohne Grenzen

Wie Sie diese Leistungen genau gestalten, bleibt Ihnen überlassen. Ihrer Fantasie sind dabei aber fast keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise könnten Sie als Leiter eines Unternehmens mit zahlreichen Bürofachkräften kostenlose Massagestunden innerhalb des Betriebs anbieten. Ihre Mitarbeiter sitzen wahrscheinlich einen Grossteil des Tages am Schreibtisch, so dass verspannte Muskeln oder ein lädierter Rücken über kurz oder lang die Folge sein könnten. Die erwähnte Massage würde dies ausgleichen. Indirekt sparen Sie dadurch sogar Geld: Mitarbeiter, die entspannt und gesund sind, fallen weniger häufig aus, so dass Ihnen dieser Verzicht auf Verdienst erspart bleibt.



Ebenso interessant sind betriebliche Krankenversicherungen, die für einige Personen äusserst lukrativ ausfallen können. Dadurch sparen Ihre Mitarbeiter beispielsweise teure Ausgaben für Brillen oder auch Zahnersatz. Auch diese Versicherungspakete sind in der Regel sehr günstig und deutlich preiswerter als die eingangs erwähnte pure Gehaltserhöhung. Weiterhin locken Sie damit insbesondere Menschen mit schweren Krankheiten, die aber dennoch ihren Beruf überdurchschnittlich gut ausüben. Kosten fallen sowohl für Sie als auch den Arbeitnehmer dann nur in überschaubarem Mass an, so dass diese Lösung für beide Parteien interessanter ist als ein höheres Gehalt.

Krankenversicherung
. (Bild: bloomua / Shutterstock.com)

Krankenversicherung
. (Bild: bloomua / Shutterstock.com)




Der Weg über Versicherungen



In dieselbe Kerbe wie die Krankenversicherung schlägt auch die betriebliche Altersvorsorge. Auch hier sparen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Geld, wobei die Vorteile – geringere Beiträge pro Monat im Vergleich zur herkömmlichen Altersvorsorge – auf beiden Seiten spürbar sind. Angst vor dennoch abspringenden Mitarbeitern müssen Sie ebenfalls nicht haben: Je nach Rechtsform des Unternehmens ist eine Vertragslaufzeit von einigen Jahren verpflichtend, bevor der Arbeitnehmer einfach gehen und den Zuschuss dennoch mitnehmen kann.

Insbesondere junge Fachkräfte können Sie hingegen mit Zuschüssen materieller Art „ködern“. Wer gerade erst in den Beruf einsteigt, verfügt wahrscheinlich noch nicht über grosse finanzielle Mittel. In diesem Fall könnte es sich lohnen, dem Mitarbeiter einen Firmenwagen bereitzustellen und die Benzinkosten zu übernehmen, denn davon werden viele junge Menschen sofort beeindruckt sein. Auch können Sie diesen Fachkräften direkt finanziell helfen: Als Unternehmen bekommen Sie Kredite für günstigere Zinsraten als Privatpersonen. Vereinbaren Sie mit dem Mitarbeiter also ein Darlehen, welches er zu deutlich günstigeren Konditionen über Sie beziehen kann – sofern Sie ihm vertrauen, wohlgemerkt.

… und die Kleinigkeiten

Wenn Sie alle grösseren Möglichkeiten ausgeschöpft haben, bleiben Ihnen noch zahlreiche kleine Vergünstigungen für Ihre Mitarbeiter. Anfangen kann dies bei kostenlosem Essen in der Kantine des Unternehmens, der Weg kann aber auch über spezielle Versicherungen führen. Beispielsweise könnten Sie vereinbaren, dass alle Hinterbliebenen im Todesfall eine hohe Zahlung erhalten. Oder Sie legen fest, dass Sie dem Mitarbeiter im Fall einer schweren Krankheit über einen längeren Zeitraum weiterhin das volle Gehalt zahlen. Es kann aber auch etwas ganz anderes sein – wie vielleicht der Zugang zu einem Tischtennisraum im Keller des Betriebsgebäudes.

Ein wenig anstrengen müssen Sie sich nur bei der Auswahl der Angebote, denn nicht jeder Mitarbeiter lässt sich mit denselben Vergünstigungen ködern. Einen Menschen, der an Fussball überhaupt nicht interessiert ist, werden Sie durch eine Jahreskarte für jedes Spiel des FC Basel wohl kaum beeindrucken können. Ein wenig Menschenkenntnis als Führungskraft ist also notwendig. Es ist vor diesem Hintergrund auch nicht verboten, einfach nachzufragen: „Was wünschen Sie sich?“ kann die erste von vielen Fragen sein, die langfristig zu einer festen Mitarbeiterbindung führen.



 

Oberstes Bild: © racorn – Shutterstock.com


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