Weniger Kontrolle, mehr Freiheiten: So passen Sie Ihren Führungsstil an

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Weniger Kontrolle, mehr Freiheiten: So passen Sie Ihren Führungsstil an
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Gehören die Mitarbeiter an die kurze Leine oder sollen sie lieber frei in ihrem Gehege herumlaufen? Bei der Frage nach dem Führungsstil gehen die Meinungen oft auseinander. Die richtige Lösung ist, wie so oft, der Mittelweg.

Warum Sie bei der Führung Ihrer Mitarbeiter Freiräume lassen müssen und wo Sie diese lieber vermeiden sollten, zeigt Ihnen dieser Artikel.



Eine Situation, zwei Blickwinkel

Oftmals sieht die Lage in Unternehmen wie folgt aus: Der Chef, ein Do-it-yourself-Unternehmer, welcher sich seinen Erfolg mühevoll selbst aufgebaut hat, meckert über seine Mitarbeiter. Druck würde sie nicht motivieren, ebenso wenig wie Belohnungen. Die besten Angestellten wanderten zur Konkurrenz ab, ausserdem werde nur Dienst nach Vorschrift gemacht und das Unternehmen – in welches unser imaginärer Chef sein Herzblut investiert hat – scheine diesen Angestellten egal zu sein.

Aus den Augen der Mitarbeiter hingegen sieht die Welt anders aus: Der Chef schaut jedem Angestellten über die Schulter und zeigt keinerlei Vertrauen in die Arbeit seiner Kollegen – welche er doch schliesslich selbst ausgesucht hat. Eigene Ideen verlaufen im Sand, weil sie dem Chef nicht schmecken, denn der will schliesslich alles kontrollieren und selber machen. Er sieht nur die Zahlen, persönliche Ereignisse werden gar nicht wahrgenommen. Über kurz oder lang führt ein solch ungesundes Arbeitsklima dann zu Kündigungen, was die Position des Unternehmens gegenüber der Konkurrenz schwächt.

Verständnis für die Führung



Wir wollen nicht zu kritisch auftreten: Der Herr am oberen Ende der Nahrungskette ist ein erfolgreicher Unternehmer, der seine Firma vom ersten Mitarbeiter bis hin zum heutigen Status selbst auf die Beine gestellt hat. Er hat sein Kapital in diesen Betrieb investiert und die letzten zehn Jahre an nichts anderes gedacht. Dieses Unternehmen ist sein Leben, und entsprechend sollte man nachsichtig sein, wenn man dem Chef vorwirft, ein „Kontrollfreak“ zu sein.



Es gilt aber auch: Wenn Sie in einem bestimmten Bereich besonders gut sind, heisst das nicht, dass Sie sich auch als Führungskraft eignen. Logisch ist dabei, dass ein grosses Unternehmen nicht hinter einem Schreibtisch von einem einzigen Kopf gelenkt werden kann – und sei er auch noch so brillant. Falls Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen, müssen Sie lernen, dass Sie auf Unterstützung angewiesen sind. Sie können gegen die Konkurrenz nicht bestehen, wenn Sie keine Hilfe von aussen zulassen. Allerdings ist es verständlich, wenn Sie sich gegen die Vorstellung sträuben: Wenn Sie bisher alles selbst erledigt haben, werden Sie Probleme beim Delegieren von Arbeit haben.





Wer einen angenehmen Chef hat, arbeitet gerne für ihn (Bild: Africa Studio / Shutterstock.com)

Wer einen angenehmen Chef hat, arbeitet gerne für ihn (Bild: Africa Studio / Shutterstock.com)

Tipps für einen lockeren und gleichzeitig effizienten Führungsstil

Sollten Sie sich ebenfalls häufiger über die mangelnde Motivation der Mitarbeiter beklagen, müssen Sie wissen, dass oft Sie selbst der Auslöser dafür sind. Arbeitnehmer wollen heutzutage tatsächlich aus freien Stücken arbeiten. Sie müssen sie nicht kontrollieren. Gelingen könnte Ihnen diese Umstellung mit den folgenden Tipps:

  • Neue Führungstechniken:
    Stehen Sie nicht mit der Peitsche hinter Ihren Mitarbeitern. Mitarbeitergespräche, welche positive und auch negative Aspekte Ihrer Führung verdeutlichen, helfen bereits immens weiter. Sie können ausserdem auf Seminaren lernen, wie Sie Aufgaben effizient delegieren, ohne dass diese Arbeit Sie vor erneuten Stress stellen würde. Langfristig gesehen ersparen Sie sich dadurch sehr viel Aufwand.
  • Rollentausch:
    Reflektieren Sie Ihr Verhalten: Versetzen Sie sich in die Lage der Mitarbeiter und stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr eigener Chef. Machen Sie sich bewusst, wie Sie auf die Anweisungen aus Ihrem Mund reagieren würden. Häufig erkennen Sie hier sehr schnell Defizite in Ihrem Führungsstil, welche Sie anschliessend ohne grössere Probleme beseitigen können sollten.
  • Holen Sie sich Hilfe:
    Die perfekte Mitarbeiterführung ist eine Kunst, an welcher schon ganz andere Chefs gescheitert sind. Sie sollten sich daher nicht zu schade sein, Hilfe in Form externer Berater zu holen, wenn Sie die Situation alleine nicht regeln können. Diese Coaches haben ein sehr geschultes und präzises Auge dafür, was in Ihrem Unternehmen falsch läuft. In kurzer Zeit können Sie daher in der Regel grosse Erfolge feiern.

Messen Sie Ihre Erfolge

Vergessen Sie nicht, die Erträge Ihrer Massnahmen zu kontrollieren (ja, in diesem Fall ist dies erlaubt). Beobachten Sie Ihre Mitarbeiter und auch sich selbst: Was hat sich wie und in welchem Ausmass verändert? Sprechen Sie die Änderungen auch ruhig in Mitarbeitergesprächen an und fragen Sie ganz einfach nach, ob sich die Änderung in Ihrem Führungsstil positiv bemerkbar macht. Häufig werden Sie dabei feststellen, dass Ihre Mitarbeiter die von Ihnen angedachten Aufgaben auch sehr gut alleine ausführen können.

Dies wird sich übrigens auch positiv auf die Haltung Ihrer Mitarbeiter Ihnen gegenüber auswirken: Wer einen angenehmen Chef hat, arbeitet gerne für ihn. Das Vertrauen wird gestärkt, die Produktivität der Mitarbeiter verbessert sich wie selbstverständlich. Ein letzter Hinweis sei aber erlaubt: Hin und wieder ist auch eine rigorose Kontrolle erwünscht – und vor allem richtig.



 

Oberstes Bild: Effizienter Führungsstil – Weniger Kontrolle, mehr Freiheiten (Bild: Pressmaster / Shutterstock.com)


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