Moderne Unternehmen als Spiegel der Gesellschaft

02.04.2014 |  Von  |  Organisation
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Moderne Unternehmen als Spiegel der Gesellschaft
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Moderne Unternehmen in der Schweiz verstehen sich nicht nur als fester Bestandteil der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung, sondern auch als Spiegel der Gesellschaft. Alles das, was im Schweizer Gemeinwesen passiert, hat auch seine mittelbaren oder unmittelbaren Auswirkungen auf die Unternehmen selbst – in positiver und eben auch in negativer Hinsicht.

Erfahrene Unternehmer wissen das und informieren sich interessiert über alles, was die Menschen in der Schweiz bewegt. Immerhin hat das auch Wirkungen bis in das eigene Unternehmen hinein. Jungunternehmern wird hier ein Lernprozess empfohlen, der sich nachhaltig günstig auf die Mitarbeiterpolitik im Betrieb auswirkt. Und da sind auch noch die Altvorderen, die die eine oder andere Entwicklung versäumt haben und ihr Unternehmensschiff lieber nach alten, oftmals überholten Ritualen führen.



Unsere Unternehmen sind so bunt wie das Leben in der Schweiz

Wirft man einem Blick in die Belegschaft grosser Schweizer Unternehmen, dann fällt sofort die ethnische Vielfalt auf. Die Beschäftigten kommen aus der Schweiz genauso wie aus der Türkei, aus Deutschland, aus Kroatien, Griechenland, Italien und vielen anderen europäischen und aussereuropäischen Ländern. Die Vielfalt an gesprochenen Muttersprachen spricht dafür genauso, wie die Vielfalt der Hautfarben, Haarfarben und traditionellen Kleidungen.

Das Leben in den Unternehmen stellt sich hier genauso bunt dar wie in der gesamten Schweiz. Das betrifft auch religiöse Bekenntnisse oder andere überlieferte Traditionen der jeweiligen Nationalität. Und trotz dieser Farbenvielfalt arbeiten doch alle am gemeinsamen Unternehmensziel. Diese Vielfalt gilt es zu pflegen und für gesellschaftliche sowie unternehmerische Entwicklungen zu nutzen.

Männer und Frauen wollen gleichberechtigt und gern auch gleich verpflichtet sein



Sie ist ein edles Ziel, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. So alt wie die Bestrebungen danach sind nunmehr auch die noch immer gepflegten Unterschiede. Noch immer gelingt es nicht, Männer und Frauen für gleiche Arbeit gleich zu entlohnen. Auch was die Entwicklungs- und Karrierechancen anbetrifft, sind die Frauen in vielen Schweizer Unternehmen noch immer benachteiligt. Immerhin tun sich aber auch in der Schweiz Entwicklungen auf, Frauen in der Wirtschaft zunehmend gleich zu stellen. Auch hier sind die Unternehmen ein Spiegel der Gesellschaft. Nur in wenigen Betrieben ist es bislang gelungen, den Frauen die gleiche Gewichtigkeit zu verleihen wie den Männern. Aber immerhin ist hier jede diesbezügliche Bestrebung ein Schritt voran, der auch in der Schweizer Gesellschaft interessiert beobachtet wird.

Generationenwechsel in die falsche Richtung

Sprechen wir von einem Generationenwechsel, dann meinen wir zumeist das Ablösen der älteren Generation durch eine nachfolgende, jüngere Generation. Allerdings hat sich dieser Generationenwechsel umgekehrt. Die Bevölkerungspyramide scheint auf den Kopf gestellt. Die eigentlich zu erwartende breite Basis von Menschen unter 40 Jahren wird ersetzt von einem Heer der Ü40-Generation, die längst zur Bevölkerungsmehrheit in der Schweiz geworden ist.



Damit folgt die Schweiz einem europäischen Trend, der von schwindenden Geburtenzahlen genauso gekennzeichnet wird wie von immer länger lebenden und entsprechend länger arbeitenden älteren Menschen. Das zeigt sich auch in den Betrieben der Schweiz. Es fehlt nicht nur an jungen Beschäftigten, sondern vor allem am beruflichen Nachwuchs. Gab es vor wenigen Jahrzehnten noch so etwas wie einen Lehrstellenmangel, dominiert heute der Fachkräftemangel und der Mangel an Auszubildenden das Bild in der Schweizer Wirtschaft. Auch so wird den Unternehmen der gesellschaftliche Spiegel vorgehalten.

Beständigkeit tut gut

Beständigkeit ist ein Merkmal der Schweizer Innen- und Aussenpolitik. Konsequent aussenpolitisch neutral und innenpolitisch wahrhaft demokratisch ist die Schweiz für viele Europäer eine echte politische Alternative mit Lebensqualität. Auch in der Schweizer Wirtschaft prägt Beständigkeit im Wandel die Geschicke vieler Unternehmen. Wenn es hier noch gelingt, die demokratischen Grundstrukturen auch wenigstens teilweise in die Arbeitswelt zu übertragen, dann macht das Arbeiten und Leben in der Schweiz noch mehr Spass. Natürlich hat Demokratie im unternehmerischen Kontext auch Grenzen. Aber unter Beachtung dieser Grenzen lässt sich viel aus dem öffentlichen Leben in die Unternehmen einbringen, was durchaus auch Sinn macht und den Unternehmenserfolg manifestieren kann.





Der Mensch mit der Natur im Einklang. (Bild: Sarunyu_foto / Shutterstock.com)

Der Mensch mit der Natur im Einklang. (Bild: Sarunyu_foto / Shutterstock.com)

Der Mensch mit der Natur im Einklang

In vielen, vor allen ländlichen Gebieten in der Schweiz leben die Menschen im Einklang mit der Natur. Das funktioniert auch in vielen, vor allem kleineren Unternehmen, die ihre Leistungen ganz typisch im Schweizer Einvernehmen mit den natürlichen Ressourcen erbringen. Der Schweizer liebt seine Natur und die Unternehmen lieben die Schweizer Identität, die zu grossen Teilen aus dem einvernehmlichen Leben in und mit der Natur resultiert. Schweizer Käse und Schweizer Kräuterbonbons sind hervorragende Referenzen für die Pflege des Einklangs von Mensch und Natur auch im wirtschaftlichen Bereich.

In der Ruhe liegt die Kraft

Die Schweizer sind freundliche, eher ruhig argumentierende, aber auch stolze Menschen. Daraus entspringt eine Überzeugungskraft, die bis weit in die internationale Politik reicht. Aber auch im Kleinen, im Privaten, ist der Schweizer ein verträglicher aber durchaus auch stolzer Mensch. Dasselbe können viele Schweizer Unternehmen vor allem im Bereich der KMU von sich behaupten.

Das dennoch niemals langweilige Gleichmass in der Unternehmenspolitik führt zu einer wünschenswerten Zuverlässigkeit und Akribie, die überall in der Welt gefragt ist. Auch hier kommt die untrennbare Verbindung von Unternehmen und Gesellschaft eindrucksvoll zum Tragen. Was die Schweizer als Volk wollen, setzen die Unternehmen in einer beeindruckenden Weise um, die durchaus auch europäische Massstäbe setzen kann.



 

Oberstes Bild: © wavebreakmedia / Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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