Cebit Hannover 2014 – der Laie bleibt draussen

12.03.2014 |  Von  |  News
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Cebit Hannover 2014 – der Laie bleibt draussen
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Am 10. März begann in Hannover die Cebit 2014. Die weltgrösste Computermesse bleibt erstmals für den reinen Publikumsverkehr geschlossen. Lediglich Fachbesucher und Journalisten haben bis zum 14. März die Möglichkeit, das Neueste in Sachen Computertechnik und Co. zu entdecken und zu bestaunen. Damit geht die IT-Messe einen ungewohnt abgeschotteten Weg.

Ob das etwas mit dem diesjährigen Thema zu tun hat, bleibt unbeantwortet. Das Leitthema „Datability“ lässt darauf schliessen, dass es dieses Mal besonders um den verantwortungsvollen Umgang mit grossen Datenmengen geht. Warum hier nicht auch Laienbesucher zugelassen sind, erscheint schon deshalb fragwürdig, weil es zum einen auch im Privathaushalt zunehmend grössere Datensammlungen gibt und weil es zum anderen meist genau die Daten der Menschen selbst sind, mit denen verantwortungsvoller umgegangen werden muss.



Datability als neues Schlagwort in der Computerbranche

Nicht erst seit den Skandalen um die weltweite Datenabschöpfung durch die NSA ist der Umgang mit grossen Mengen an Daten ein interessantes Feld. Der Handel mit Daten hat gewissermassen zu einem völlig neuen Wirtschaftszweig geführt, der nicht unbedenklich ist. Auch die Sicherung grosser Datenmengen im Bereich von Wirtschaft und Verwaltung verdient zunehmend grösseres Interesse.

Datability ist das passende Schlagwort, wenn von der Speicherung, Nutzung, Verwertung und letztlich auch von der Vernichtung von Daten im grossen Massstab die Rede ist. Dieses Anliegen zieht ich bis in den rein privaten Bereich, wo zunehmend mehr Daten gesammelt, aufbereitet, verwendet und gespeichert werden. Erstaunlich ist hier, dass die Cebit 2014 den privaten Nutzer diesmal draussen lässt.

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Neues Schlagwort in der Computerbranche: Datability (Datensicherheit). (Bild: Kabakou / shutterstock.com)




Die Schweiz auf der Cebit 2014

Etwa 3’500 Aussteller tummeln sich auf der Cebit, davon rund 500 Sicherheitsunternehmen. Auch die Schweiz ist mit einer Reihe namhafter Aussteller wie Swisscom, Dikota Schweiz oder New Voice International vertreten. Natürlich sind es ausser diesen drei Ausstellern noch eine Reihe anderer Schweizer Unternehmen, die sich auf der diesjährigen Computer-Messe mit ihren Produkten präsentieren. Die Zielrichtung geht auch hier vorrangig auf mehr Datensicherheit und einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit den immens grösser werdenden Datenmengen.

Datensicherheit auch in der Schweiz Dauerthema

So wie in allen europäischen Ländern und darüber hinaus ist auch in der Schweiz die Datensicherheit ein Dauerthema. Besonders der sichere Umgang mit grossen sensiblen Datenmengen stellt auch die Schweiz vor neue Herausforderungen. Da passt auch die Idee, die vielen Schweizer Bunker für eine neue Art die Datenverwahrung zu nutzen. Darüber haben wir bereits an anderer Stelle berichtet. Geschuldet ist das Interesse für die Datensicherheit nicht nur immer wieder neuen Meldungen über Enthüllungsskandale in diesem Bereich.

Besonders das immer schneller werdende Internet und die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Datenauslagerung beispielsweise in den Clouds bieten umfangreiche Chancen aber auch Risiken, die es zu beherrschen gilt. Der Dauerbrenner Datensicherheit ist somit ein beherrschendes Thema, dass sich auch im Kunstwort Datability wiederfindet.



Warum der Laie draussen bleibt

Die diesjährige Cebit stellt sich als reine Fachmesse dar und ist selbst in diesem ausgesuchten Besuchersegment nochmals für bestimmte Besuchergruppen unterteilt. Auch die Anwesenheit von etwa 500 Sicherheitsunternehmen aus aller Welt lässt darauf schliessen, dass hier Technologien vorgestellt werden, die zumindest jetzt noch nicht für jedermann erkennbar sein sollen.

Damit schottet sich die Cebit erstmals in einem Masse von der Öffentlichkeit ab, das so noch nie dagewesen ist. Warum das so ist, lässt sich von aussen nur mutmassen. Mit Sicherheit steht aber fest, dass auf diese Weise die neuesten Technologien im Umgang mit grossen Datenmengen erst einmal in einer konzentrierten Form nur Fachbesuchern und zugelassenen Journalisten vorgestellt werden sollen. Damit geht die Cebit einen neuen Weg, weg von der Publikumsmesse hin zur Expertenmesse.



Weltweites Interesse trotzdem garantiert

Die weltweite Aufmerksamkeit bleibt der Cebit trotzdem oder gerade wegen dieser Einschränkungen garantiert. Gespannt warten vor allem Computerexperten und Sicherheitsfirmen aus der ganzen Welt auf die Ergebnisse der Cebit, die sich irgendwann in neuer Hard- und Software widerspiegeln werden. Das gegenseitige Annähern der Aussteller untereinander hat hingegen längst begonnen. Hier tun sich auch Chancen auf strategische Allianzen auf, die so auf noch keiner Cebit gesehen wurden. Ob letztlich die Abschottung der Cebit von der interessierten Öffentlichkeit wirklich sinnvoll und nützlich ist, darf weiter hinterfragt werden.

Für bislang Cebit Interessierte entsteht der Eindruck, dass hier Technologien vorgestellt werden, von denen der Laie nichts wissen muss oder soll. Damit wird das Vertrauen in den sicheren Umgang mit den Daten nicht unbedingt gestärkt. So wie jede Geheimnistuerei sorgt auch die geschlossene Besuchergruppe eher für Misstrauen gegenüber den neuen Technologien, mit denen die Experten hier erst einmal unter sich bleiben.

Datability kann Zeichen setzen

Auch wenn der Aussenstehende vorerst nicht allzu viel von der Cebit sehen und erfahren wird, bleibt doch davon auszugehen, dass die Cebit mit ihrem diesjährigen Motto Datability wieder Zeichen setzen wird. Zu wünschen bleibt, dass diese Zeichen nicht nur für die IT-Experten, sondern vor allem für die in der vernetzten Welt verbundenen Menschen einen echten Vorsprung in Richtung Datensicherheit bei der gebotenen Transparenz bringt. Dass diese Transparenz nicht gerade mit einer abgeschotteten Cebit erreicht wird, bleibt dabei ein Umstand, der sicherlich beabsichtigt, nicht aber unbedingt vertrauensfördernd ist. 



 

Oberstes Bild: © Impressionen CeBIT 2014 – cebit.de

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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